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J.G.Wind

DER SATTE MATSCH

Sein schwarzer Anzug, sein Stern, seine glänzenden schwarzen Stiefel allein bei dem Gedanken an seine gelackten Cowboystiefel durch mein fieberndes Gehirn kreisen:
Zum Beispiel wie James mir, dem absolut tölpelig sich gebenden Stallburschen, wegen einer lächerlichen Fahrlässigkeit am Geschirr seines stolzen Hengstes einen derart saftigen Tritt in den Arsch versetzt, dass es mich glatt fünf Meter weit in den tiefen, abgestandenen Regenmatsch auf der Straße voll reinhaut.
.......Ich bleibe in der stinkenden, von der Sonne aufgewärmten Dreckbrühe liegen und genieße den feurigen Schmerzabdruck von James´ Absatz, der noch auf meinen Arschbacken glüht wie ein frisches Brandzeichen an der Flanke eines jungen Stieres. Ich höre James´ im Matsch quatschende Schritte näher kommen. Schließlich steht er vor mir - ein hoch aufragender Schatten gegen die glühende Sonne. In seinem vom nachtschwarzen Hut beschatteten Gesicht glühen seine beiden strahlenden Zahnreihen zu einem sanften Lächeln auf und er schenkt mir einen warmen, alles verstehenden Blick. Dann hebt er seinen rechten Fuß aus der Brühe. An seinem Stiefel und fast hoch bis zum Knie an seinem Hosenbein klebt ein dicker, tropfender Überzug aus Matsch. Er setzt diesen seinen von Schlamm überzogenen Fuß auf meinen Kopf und drückt ihn mit meinem Gesicht voran tief hinein in die warme Dreckbrühe, die auffallend reich durchwirkt ist mit übel stinkendem Schweinemist und aufgeweichten Pferdeäpfeln.
.......Erst als mir die Luft auszugehen droht, lässt James etwas lockerer. Ich hebe mühsam den Kopf aus der Brühe - seinen Absatz immer noch schwer am Hinterkopf - und ringe japsend um Atem. Da tritt er mich wieder in den Matsch! Er wiederholt das noch etwa zwei Dutzend Mal. Dann wendet er sich meinem Körper insgesamt zu, indem er langsam auf mir ein paarmal hin und her spaziert, wobei aus manchem Schritt ein kraftvoller plötzlicher Tritt wird. Endlich hat er meinen gesamten Körper nahezu vollkommen in den warmen Brei aus Erde und stinkendem Mist getreten - nur mein Kopf ragt gerade so weit aus dem Schlamm, dass ich immerhin, wenn auch nur schwer, durch die Nase schnaufen kann.
.......James marschiert zum vorläufigen Abschluss nun noch ein paarmal stramm über mich hin. Dann macht er auf meinem Rücken halt, und kniet sich so hin, dass seine Knie links und rechts ein wenig über meine Schultern in den Dreck ragen. Er taucht seinen linken Arm tief in die stinkende Brühe hinein  und nimmt mich in einen sehr beklemmenden, zärtlich strafenden, aber freundschaftlichen Schwitzkasten, wobei er meinen Kopf ein paar Zentimeter mehr aus dem Schlamm hievt, so dass mein Mund frei und mein Blick zu ihm nach oben gezwungen ist. Er nimmt seine lange, dünne Zigarre aus dem Mund und hält sie mir hin: "Na, Zigarre gefällig?"
.......Ich nicke mit dem Kopf so gut es geht, woraufhin er seine Lippen zu einem kleinen o formt und die Zigarre tief in seinen Mund stopft, leicht drauf herumkaut und mit Zunge und Speichel umspielt. Dann nimmt er sie elegant zwischen Daumen und Zeigefinger und bewegt neckend die ziemlich übel deformierte und vom Speichel triefende Zigarre dicht vor meinem Gesicht herum: "Na los schon! Mach den Mund auf, Bursche!"
.......Kaum habe ich den Mund ein Stück weit offen, da stopft er mir die ordentlich durchfeuchtete Zigarre hinein. Nur ein winziges Stück ragt noch zwischen meinen Lippen hervor. Im nächsten Moment entläßt er mich aus dem Schwitzkasten - nur um meinen Kopf unmittelbar darauf mit beiden Händen erneut tief in die stinkende Schlammbrühe zu tauchen. Schließlich zieht er mich recht krud wieder hoch.
.......Er ergriff meinen schönen Cowboyhut, der vorhin im Matsch gelandet war, und hielt mir meine mit nassem Dreck bekleckerte Kopfbedeckung unters Kinn: "Na, Spucknapf gefällig?"
.......Ich spuckte die scharfen Tabakblätter hinein. Dann schaufelte James soviel Matsch in den Hut, dass dieser bald überbordend bis zum Rande gefüllt war, - und setzte ihn mir richtig liebevoll auf! Drückte ihn mir fest auf den Kopf, so dass der nasse Schlamm zäh aus meinem zerdätschten Hut heraus quoll und mir zäh herab über mein Haupt lief. Er zog ihn mir anschließend an der Krempe so tief runter, bis am Ende nur noch mein Mund frei war.
.......Und jetzt drückt mich James, der immer noch auf meinem Rücken kniet, wieder mit dem Gesicht nach vorne tief in den gärenden Schlamm hinein - immer und immer wieder: Klatsch!... Batsch!... Matsch!... Quatsch!... Klatsch!... Batsch!... Matsch!... Quatsch!... Klatsch!... Batsch!... Matsch!... Quatsch!...

ENDE
DER SATTE MATSCH
Die Story wurde 1986 geschrieben
© 2002 by J.G.Wind, ZERO ZOXX INTERNATIONAL,
und Babel Verlag, Geisterstadt
Erstveröffentlichung: 1992 im ZERO ZOXX Großband 3

Die Erstellung dieser Seite erfolgte 2002
Erste Aktualisierung am 25.12.2007
ZweiteIte Aktualisierung am 10.4.2016


Email: KatjaEbsteinRevivalBand@t-online.de