THE ZERO ZOXX CHURCH präsentiert

DREI PHILOSOPHISCHE SCHRIFTEN -
KRITIK DER ZENTRALISTIK IN
HINSICHT AUF DIE ÜBEREINSTIMMUNG
VON SEHEN UND DENKEN

J.G.Wind
UND SIE BEWEGT SICH
(VIELLEICHT) DOCH NICHT!
Ein kleines Traktat über Raum und Zeit

I. Raum

Der Raum mit seinen Inhalten ist ein prinzipiell starres System. Vergangenheit ist die jeweils kleinere Ausdehnung des Raumes, Zukunft seine jeweils größere, bezogen auf die vom Menschen wahrgenommene Gegenwart. Starr heißt hier: absolut unbeweglich.
ffffDie Vergangenheit steht unverrückbar fest; je weiter zurück in ihr, wird der Raum mit seinen Inhalten endlos und ewig kleiner (selbst über den angenommenen Punkt des sogenannten Urknalls hinaus). "Urknall" definiert in dieser Schrift lediglich den Punkt, an dem unserem perspektivischen Wahrnehmen und Denken sozusagen eine natürliche Grenze gesetzt ist, analogisch vergleichbar dem Auge, welches nicht wahrnimmt, was hinter dem Treffpunkt der Parallelen in der Ferne liegt.
ffffMit der Zukunft verhält es sich wahrscheinlich ebenso, nur umgekehrt in der Größenordnung. Auch sie (die Zukunft) steht unverrückbar fest. Je ferner sie uns ist, desto ausgedehnter das All - bis in fast undenkbar ferner Zukunft die völlige Vereinzelung der energetischen Teilchen sowie ihre räumliche Entfernung voneinander wohl eine Art pseudo-vakuösen Unterdruck erzeugen und daraus in unzähligen weiteren "Urknällen" "neue" Universen entstehen lassen. Die Ausdehnung des Alls erscheint uns als solche nur durch unseren perspektivischen Blick und dem daraus resultierenden perspektivischen Denken. Jener sich weitende Blick in die Zukunft ist analogisch in etwa vergleichbar dem auf eine Pflanze im Zeitraffer. Wir sehen die Pflanze wachsen, aufblühen und schließlich erleben wir, wie aus ihren Samen neue Pflanzen werden.
ffffAll diese Annahmen führen hier zwingend zu einer Neudefinition dessen, was wir unter Zeit verstehen:

II. Zeit

Wie es richtig ist, dass wir mit unseren Sinnen den Raum und seine Inhalte wahnehmen, so ist es demgegenüber falsch zu glauben, dass wir keinen besonderen Sinn für die Zeit hätten (einen solchen Sinn, mit dem die Zeit richtig zu fassen, mit dessen Hilfe sie zu erklären wäre). Denn was wir mit Sinnen wahrnehmen, ist immer der Raum mit seinen sich entwickelnden Inhalten (Gegenwart als Prozess), ist hauptsächlich also gerade die Zeit und wie sie dinglich wirkt (denkbar ist daher unter Umständen auch die Identität von Zeit und Ich). Unser Blick auf die Dinge ist daher ein analytischer, und zwar auf bestimmte Vergangenheits- und Zukunftsformationen (zeitliche Dingformen). Man kann vergröbert sagen, dass, soviel wir vom Raum und den ihn bestimmenden Inhalten wahrnehmen, mindestens also auch von der diese "begleitenden" Zeit sehen. Zeit ist somit die Folge unseres reflektiv-analytischen Sehens vom ewig starren Raum und seiner Inhalte. So etwas wie Bewegung findet also gar nicht statt, sie ist gewissermaßen eine Täuschung, eine perspektivische Illusion unserer Sinne (gemeint sind hier grundsätzlich alle Sinne, auch die von Pflanzen und Tieren!), ganz genau wie auch die Bewegtheit von Filmbildern, eine Illusion ist, denn die einzelnnen Bilder des Films sind ebenfalls starr. Mit unseren Sinnen sind wir die zeit-räumlichen Selbstbeobachter des Universums.

EPILOG

Auch vor dem Urknall und je weiter zurück wird der Raum mit seinen Inhalten wahrscheinlich perspektivisch immer kleiner, nur endet am Punkt des "Urknalls" unsere zeitliche wie räumliche Wahnehmung. Und der pseudo-vakuöse maximale Ausdehnungszustand in fernsten Zukünften wäre demgegenüber möglicherweise die weiteste perspektivische Öffnung unseres philosophischen Blicks.

30.12.l998 (in frühesten Morgenstunden)

Sammy Tornado
GEDANKEN ÜBER DIE PERSPEKTIVIK
IN DER WISSENSCHAFT

Was mich immer wieder beschäftigt hat, ist das Phänomen "Urknall". Das Phänomen des Urknalls nach Definition der Wissenschaft als Beginn von Raum und Zeit. Die heutige wissenschaftliche Interpretation dieses Phänomens erscheint mir als verfehlt. Und noch habe ich niemanden bemerkt, der auf das Manko der physikalischen Interpretationsmethode hingewiesen hätte (Ansätze zu diesem Denken fand ich jedoch bei Spengler, oder besser durch Spengler), nämlich dass ebendiese unlösbar dem Sinnlichen unterworfen, ja lediglich dessen Anhängsel ist. Die menschlichen Sinne aber arbeiten ihrer Natur nach sämtlich perspektivisch. Unsere gesamte Wahrnehmung ist pespketivisch. Wie könnte unser Denken, dessen Befassungsgegenstände allesamt aus dem Sinnlichen herstammen, je anders als perspektivisch sein! Wohl gibt es eine dem Menschlichen ebenso verwobene und eben nicht den Sinnen unterworfene "Methode", dem "Sinnentrug" der Perspektive beizukommen: die Erfahrung. Sie resultiert aus der Fähigkeit des Menschen, sich durch die Welt zu bewegen und die daraus resultierenden Verschiebungen der Perspektive zu bemerken. Der stillstehende, von einem Punkt aus beobachtende Mensch sieht eine gerade von sich aus zum Horizont verlaufende Straße als sich in der Ferne auf einen Punkt verengend, ein altbekanntes Beispiel. Man braucht sich nur über die Straße oder von ihr fort oder in die Höhe zu bewegen, um zu bemerken, dass der ferne Treffpunk der Parallelen nur eine Sinnestäuschung war. Die Erfahrung durch Bewegung ist also eine korrektive Methode unseres auf rein perspektivischer Erfahrung gespeisten Denkens. Im gewissen Sinne ist auch unser Denken selbst der Schauplatz der sinnlichen Perspektivik und deren "Überwindung" durch die Bewegung. Wir sprechen von einem statischen Denken (fixe Ideen, fixe Weltauffassungen) oder von einem beweglichen Denken (funktionale Kritik) aufgrund von Erfahrungen. Es gibt aber drittens auch eine für die Interpretation derWelt "gefährliche" Mischung zwischen starr sinnlicher Weltauffassung und Erfahrung durch Bewegung, das ist die Heranholung des Fernen bei Unbeweglichkeit des eigenen Standpunktes, sprich: den Blick durchs Fernrohr - und ob hier nun Fernrohr oder Weltraumteleskop, das macht keinen besonderen Unterschied. Mittels des Fernrohrs, das scheinbar unsere Erfahrung erweitert, holen wir den Treffpunkt der Parallelen, den fernen Punkt der am Horizont sich in einem Punkte verengenden Straße nur "näher" heran. Etwas grob gesprochen, haben wir hier eine Methode unsere Irrtümer schön zu vergrößern; und wenn wir denn auch weiter als über den Treffpunkt hinaus sehen können, so tun sich dahinter lediglich neue und immer neue Treffpunkte auf. Dennoch haftet auch dem Blick ins Fernrohr ein wenig von der Erfahrung durch Bewegung an, weswegen es uns einst bei der Vernichtung des geozentrischen Weltbildes helfen konnte. Das Fernrohr ist in mancher Hinsicht recht trügerisch, weil es dort wo es als Mikroskop eingesetzt wird, sinnliche Phänomene erst entdecken macht. Es mag wohl den Unerfahrenen nicht über die Illusion des Treffpunktes der Perspektiven aufklären und über den fernen Punkt, in den sich die Straße in der Ferne verengt, doch gleich neben diesem "Punkt" lässt es uns beispielsweise ferne Blumen oder Steine sehen. Dieses Wissen wäre uns natürlich unmöglich bei bloßem Auge. Das Fernrohr in seiner Funktion als Mikroskop, als Instrument der Vergrößerung der sinnlichen Phänomene, ist also nichts anderes als eine Verstärkung des Auges - eine zunächst zwar äußerst banale Feststellung, auf die es aber hier im Folgenden und im Sinneszusammenhang sehr ankommt. Wir wollen uns vergegenwärtigen, dass also ein Stützpfeiler der heutigen Welterkenntnis, nämlich das Weltraumteleskop, in Hinsicht meiner Gedankengänge über die sinnliche Perspektivik, nichts anderes darstellt, als eine gewaltige Illusionsmaschine - und was sie uns heranträgt ist ein titanischer Perspektivpunkt in der Vergangenheit, den "Big Bäng".

Hier tut man gut, sich in Erinnerung zu rufen, was ich eingangs über die sinnlich-perspektivische Gebundenheit unseres Denkens gesagt habe. Nämlich, dass diese Gebundenheit psychologisch umfassend ist und sich zunächst (ohne die Kritik durch Erfahrung, die immer erst als zweites kommt) auf jeden menschlichen Betrachtungsgegenstand wirft; so auch auf die Zeit! Wir sollten es uns eingestehen. Der Begriff Urknall war in anderer Form schon seit langem in unserem geschichtlichen Bewusstsein existent. Es ist nichts anderes damit bezeichnet, als der "Beginn der Schöpfung". Unsere alten Mythen und Religionen sprechen die deutlichen Sprache der sinnnlichen Perspektivik, sprechen wieder vom Treffpunkt der Parallelen. Und aus Ratlosigkeit, wieso alles einmal begonnen hat, hat man einen Grund dafür angegeben, Gott, den Schöpfer, "den, der aus einer Null alles machte". Einfach einen endlosen ewigen und unendlichen Kosmos anzunehmen verbot uns bislang unsere sinnliche Perspektivik; Gründe und Anfänge und Schöpfer mussten her, um einer Sichtweise zu genügen, die eben nur allzumenschlich ist. Aber ebenso, wie die Welt in Wirklichkeit ohne Anfang ist (irgendwann nahm sie aus einfach vorhandenem Energiematerial lediglich die heutige Form an), ist auch das All ohne Anfang, und natürlich auch ohne Ende.

Und was das Ende betrifft: Hier hat der perspektivische (der frühere) Mensch zwei Möglichkeiten: entweder der Kosmos breitet sich vom Urknall her endlos aus (perspektivisch Öffnung des Blicks in die Zukunft) oder er stürzt wieder in sich zusammen (perspektivische Schließung des Blicks in die Zukunft).

Natürlich ist die Theorie von der derzeitigen Ausdehnung des Universums mit der gleichen Skepsis zu betrachten wie die Theorie des Big Bängs selbst. Auch hier die perspektivische Weitung des Blicks! Wenn es wahr wäre, dass alle Galaxien sich gleichmäßig voneinander entfernten, so dürfte es eigentlich nicht vorkommen, dass Galaxien sich gegenseitig durchdringen (dazu müssten sie sich aber aufeinander zubewegen). Die modernsten Theorien über Raum und Zeit erscheinen mir wie ein einziger Sumpf aus sinnlicher Perspkektivgebundenheit.
ffffSo wie einst der Kubismus in der Malerei die Perspektiven zu entzerren suchte, so sollte man sich heute um wissenschaftliche Methoden bemühen, die in der Weise den Blick auf den Kosmos entperspektivieren. Das Universum stellt sich mir heute als ein Etwas ohne Anfang und Ende dar - aber selbst in diesem befreienden Gedanken ist sicher irgendwo wieder eine Perspektivik versteckt. Sie ist und bleibt das Manko unserer (auch der wissenschaftlichen) Wahrnehmung. In dieser Hinsicht ist heute Goethes Meinung "Den Sinne hast du dann zu trauen, kein Falsches lassen sie dich schauen..." ein mehr als frommer Wunsch.

(8. Mai 2000)

J.G.Wind
WER HAT DIE WELT GEMACHT?

Es ist das Wort Schöpfung, welches uns den Irrtum nahebringt, dass es auch einen Schöpfer geben müsse. Die heutige Welt in ihrem Geschehen ist aber nie und nimmer geschaffen worden, sondern sie ist ein ewiger Prozess. Anfang und Ende sind durch quasi-optisches, durch perspektivisch-zentrierendes "Blick-Denken" entstandene Täuschungen. So naiv, wie die Annahme wäre, dass vor der Geburt und nach dem Tode kein All mehr existiere, es nur während des Lebens des Individuums sei, so naiv ist die Annahme, es gäbe vor dem Big Bäng und nach seinem (vielfach angenommenen) Gegenstück (nämlich dem Wiederzusammensturz des Weltalls) keine Zeit und keinen Raum. Gott aber ist nicht tot, Gott hat nie existiert. Der Weltprozess setzt sich fort und fort, ohne Anfang, ohne Ende, ewig. Und er ist (wie es das Wort Prozess nahelegen könnte) beileibe kein jüngstes Gericht. Ein Gericht setzt Urteile, der Weltprozess jedoch setzt sich über alle Fakten hinweg fort. Und der Tag wird kommen, da selbst "die Ewigkeit" noch als zentralistisch-optisches Täuschungsphänoment entlarvt werden wird, denn "Ewigkeit" ist immer noch ein theologischer Begriff - aber alle Religion ist Sebsttäuschung und damit Blockade freien menschlichen Denkens. Religion ist Glauben- und Herzenssache wie auch unsere in religiöse Färbung getauchte Wissenschaft.
ffffGewiss hatte Spengler mit seiner Anschauung recht, dass Wissenschaft nichts anderes sei als "Religionskritik" und damit gewissermaßen das Kind der Religion. Noch nicht in Betracht gezogen wurde damit jedoch, dass der viel entscheidendere Umstand, dass Wissenschaft durch ihre "optisch-denkerischen" Methoden noch viel stärker als die Religion im perspektivisch-zentrischen Wahn gefangen ist. Wissenschaft ist noch immer Glaubenssache: Glaube an die Wahrheit der Messergebnisse. Die Tatsache, dass es eine Geschichte der Wissenschaft gibt lehrt uns von vornherein anderes. Die Wissenschaft ist nicht nur Religionskritik, sie ist vor allem auch Wissenschaftskritik! Es war mit der Scheibengestalt der Erde nicht weit her, und auch die Kugelgestalt lehrt uns anderes als die Klugheit der Wissenschaft. Ein Blick auf die Gebirgszacken der Alpen und der Traum von der "Kugelgestalt" ist aus! Solange die Arbeitsweise der Wissenschaft optisch, perspektivisch, zentrisch bleibt, solange ist ihr Wert grundsätzlich in Frage zu stellen. Solange gibt es Schöpfungen anstatt dauernder Prozesse.

(23.10.2000)
Die in den obigen drei philosophischen Schriften
behandelten Themen und Gedanken werden
vertieft in der Fortsetzung:

.VIER PHILOSOPHISCHE SCHRIFTEN -.
ÜBER DIE HERAUFKUNFT DER DEFORM -
Anfügungen zur Kritik des Zentralismus


Philosophie und Philosphen bei
ZERO ZOXX INTERNATIONAL:
."Julia" - "Romeo" - Studie Hannah Arendt.
.Martin Heidegger - Praktische Analyse seiner Philosophie.
..Perry Rhodan-Uniformen - Preiskatalog.


DREI PHILOSOPHISCHE SCHRIFTEN
.© 2002 by J.G.W und S.T.,.
ZERO ZOXX INTERNATIONAL,
und Babel Verlag, Geisterstadt.