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Der Irrsinn ist bei einzelnen etwas Seltenes, - aber bei Gruppen, Parteien, Völkern, Zeiten die Regel.

Friedrich Nietzsche

Prolog

Das blöde Werk wallte geisterhaft den nebelhaften Weg hinab. Ich weiß nur nicht, ob Lederwaren nicht gestern noch recht teuer waren. Drei Monate Sperre fürs Pferd. Jedes Ärgernis hat also etwas vom Phantastischen.
.........Bud notierte als erstes an diesem Tage in sein Notizbuch: Konzert der Stralsund - Nicht vergessen: Konzertkarten für morgen besorgen! - Bud hielt kurz überlegend inne, dann setzte er hinzu: (An drei Elefanten denken!).
.........Wer sich nie im Sturm und Drang seiner Jugendjahre in wildeste Drogen- und Sexabenteuer stürzt, aus dem kann dereinst auch niemals ein satter und zufriedener Biedermann werden!
.........Der gewaltige Vulkan Protzke auf Neuguinea hatte vor sechs Jahren mehr als doppelt so viele Tonnen Schwefelteilchen in die Atmosphäre geschleudert als wie der Pinatubo beim Ausbruch im Jahre 1991 nch. Chr.! Die radikale Erwärmung der Erde durch den bekannten Treibhauseffekt - bedingt durch den weit bis übers erste Jahrzehnt des neuen Jahrtausends noch immer nicht sehr wesentlich reduzierten Ausstoß von Kohlendioxid - wurde durch Protzkes unerwartet ergiebige Auswürfe beinahe ebenso radikal wieder umgekehrt und praktisch neutralisiert. Aber es war nur eine vorübergehende Wiederabkühlung!

Eigentlicher Anfang

In hektischer Betriebsamkeit stürzte am Morgen das Volk aus den Türen und drängte sich für Gotteslohn ans Tagewerk. Man klapperte mit Maschinen und schlug das Gras. Eine Hausfrau wischte mit dem Mob über alles hin: "Wie war?"
.........Heute, elf Jahre nach Protzke, war der vulkanöse Schutzschild der Aschepartikel in der Atmosphäre, der zu seinen besten Zeiten an die acht Prozent des Sonnenlichts in den Weltraum zurückreflektiert hatte, bereits fast wieder zur Gänze dahingeschwunden. Der Glaube, das Wissen, die Wahnvorstellung und das Ideal, - sie alle sind die Gegner des Wirklichen. Die Umstände der nun rasch aufs Neue hochkochenden Erderwärmung im Zusammenhang mit den überraschend schnell dahinschwindenden letzten Resten der Dreckspartikel bescherte dem ganzen Globus erstaunliche meteorologische Phänomene und die Menschheit wurde durch nur noch als aprilesk zu bezeichnende Wetterkapriolen in Atem gehalten. Regenbögen waren an der Tagesordnung.
........."Wir dürfen dieses Thema nicht einfach so zur Seite puhlen", sagte Bud. Seine farbenfrohe Krawatte flatterte witzig und nach Wirklichkeit heischend im durstmachend trockenen Sommerwind. Bud schlenderte zu dem kalt Wasser spritzenden Schlauch. Er trat in den breitgefächerten H2O-Strahl. Sein smarter, amerikanischer Anzug hing dem Mann da rasch wie ein nasser Sack am Körper. Solcherart kühl gewandet kehrte Bud in einer sogenannten musikalischen Schleife zu seinem Ausgangspunkt zurück.
.........Dann gab es einen Wettergruß in Form von einem Regenguss. Ein erhabenes Lautgemälde! Trockene Geister sind wie Puddingpulver.
........."Was da so plötzlich um sich greift? Mein Kind, das ist ein Nebelschweif!"
.........Zu allem dazu griff nun auch noch Grrrunz in das Geschehen ein. Ins laue Sommerlüftelein brachen Blitz und Donner ein. Grrrunz, das Urweltmonstrum, hatte sich von seinem Anker, welcher ihn tief unterseeisch ins Meer gefesselt hatte, losgerissen und trampelte nun durchs Land.
.........Auf Regen folgte Hagel, verhagelte den Spargel. Sicher war das schwere Wetter schuld daran gewesen, dass sich Grrrunz in dem aufgewühlten Ozeane von seinem schweren Anker hatte losreißen können. Das gigantische, geflügelte Monstrum trampelte rücksichtslos blitzartig evakuierte Häuser und Wohnblocks in Schutt und Boden. Bei jedem seiner schweren, dumpfen Trampelschritte barsten Gebäude und es regnete in reichem Schwalle rauchende Trümmer.
.........Ein Sturm begann sich aufzuspielen, trug Hüte fort von Köpfen vielen. Grrrunz hob mit beiden Pranken einen gottlob leeren Bus in die Höhe und ließ ihn auf die ebenso leere Straße niederkrachen, lustig wie ein Spielzeug.
.........Im Swimmingpoole dort, wo eben noch fröhliches Baden, da kamen jetzt die Schlittschuh zum Tragen. In der Nähe brannte ein ganzes Stadtviertel. Man hatte auch dieses zum Glück gerade noch rechtzeitig und vollständig evakuieren können. In dem Flammenmeer stakte Grrrunz brüllend herum und warf mit leeren Autos nur so um sich.
.........Als sie ihn nun so in seinem Plumpsklo hängen sahen, da stockte ihnen im übertragenen Sinne der Atem und kurz nach Hitlers Machtergreifung erboten sie sich, dem Furz eine Stützkurve nach oben anzulabern. Daraufhin entwich der Furz dem Arsch. Dreckige Socken sind schön. Jetzt gab es einen Wettergruß in Form von einem Regenguss. Die Leute lachten schallend.
.........Mit einem einzigen Schlag seiner rechten Flügelschwinge fegte der Urweltriese die städtische Turnhalle hinweg. Zum Glück war sie zur Zeit geschlossen gewesen gewesen und die Hausmeisterfamilie gottlob in Urlaub verreist.
.........Die Regel war wieder einmal die Mitnachhausenahme. Nun gab es einen Wettergruß in Form von einem Regenguss. Von den Himmelsfluten umpeitscht schlug das Urzeitmonster Grrrunz wild um sich. Die fassungslosen Gesichter immer wieder von zuckenden Blitzen erhellt - so stand die gesamte Belegschaft des hiesigen Arbeitsamtes im Regen auf der Straße und musste hilflos mitansehen wie das Riesenungetüm das vollständig evakuierte Arbeitsamt packte und es brüllend aus dessen Angeln riss. Das Monster wuchtet es empor und schleuderte es in den Weltraum hinaus.
.........Und ein Regenbogen spannt sich mit einem Mal von hier nach Danzig. Danach schien die Sonne - es machte ihr Freude - mit vierzig Grad auf die Gebäude.
.........Bud ging an diesem Tag zum Elefantenrennen. Er hatte Glück: Der Elefant Geölter Blitz, auf den er gesetzt hatte, gewann und Bud strich eine hochanständige Gewinnsumme ein. Grüßgott rief mit zum brausenden Himmel weit hoch gereckten Armen laut aus: "Die Welt bäumt sich auf nach Liebe und Gerechtigkeit! Folgen wir doch diesem Aufbäumen! In Christus - Jesus - Amen!"
.........Mittels eines aus Armee-Helikoptern tonnenweise abgelassenen Betäubungsgases wurde der tobende Grrrunz dann fürs erste glücklich außer Gefecht gesetzt. Schnarchend lag das Monstrum nun in seligstem Frieden auf der von schwelenden Ruinen gesäumten, geborstenen Straße. Doch für wie lange würde es noch so schön friedlich schlummern?!

Jahrmillionen nach der Landung auf dem blauen Planeten

Zunächst gabs einen Wettergruß in Form von einem Regenguss. Und hier die Lottozahlen: 3, 16, 19, 28, 38, 40.
.........Bud eilte zu der Vorverkaufsstelle und besorgte sich die Tickets fürs morgen Abend stattfindende Konzert der Stralsund. Gute Philosophen haben einen schlechten Ruf!
.........Ein Gewitter brach vom Zaune eine Latte mit Geraune, ...äh... Gerumpel! Davon wurde Grrrunz nun leider wieder wach. Wie nichts sprengte er die Stahlketten, mit denen man ihn während seines Schlafes wie einst Gulliver an den Boden gefesselt hatte - im überguten Glauben, sie könnten so das Monstrum schadlos niederhalten. Weit, weit jedoch gefehlt!
.........Plötzlicher Nebel allumher machte ribbel den Durchblick richtig schwer. Grrrunz knurrte.
.........Am Mittagstisch nahm Grüßgott einen Plastikteller voll mit Nudelsuppe und batschte ihn dem völlig überraschten Bud gegen die Brust, mitten auf die bunte Krawatte. Nudeln klebten dem smarten jungen Manne nun überall auf dem fetttriefenden Anzug. Er lachte heiter über diesen gelungenen Scherz Grüßgotts.
.........Mit einem ganzen Bündel der gerissenen Stahlketten schlug Grrrunz wild um sich. Getroffen splitterte das obere Drittel des glücklicherweise rechtzeitig evakuierten Gebäudes der hiesigen AOK ab. Aus sicherem Abstand sahen deren Angestellte dem Brachialgeschehen mit kalkweißen Gesichtern zu.
.........Auf Regen folgte Hagel, verhagelte den Spargel. Der Hagel wurde bald zu Schnee - Schlittenfahrn im Sommer: das ist schee! Und drinnen in den Zimmern lief für die Gelangweilten als Alternativprogramm zum Wetter irgendein ZDF-Allzweckaffe quer über den Bildschirm.
.........Ein Sturm hatt´ sich inzwischen aufgebaut, der vielen Schädeln die Hüte raubt´. Darüber begannen die Leute grunzend zu lachen. Die ehemaligen Hauptbedeckungen rollten wie auf Unschuldige losgelassene Raubtiere über die klitschnassen Straßen, Trottoire, Toiletten und Pissoire - und wurden gnadenlos von gar manchem wüst heranquietschenden Wagenreifen quatschend überrollt, wobei der eine oder der andere zerdätschte Deckel aufgrund einer ausgezeichneten hydraulischen Situation gleich einer sich übermäßig aufgebläht habenden Kaugummiblase zerplatzte oder sogar in einigen anderen Fällen überaus garstig schmotzte.
.........In diesem ohnehin schon genügend hochdramatischen Augenblick brach jetzt zu allem dazu nun auch noch der vor Zorn sich schüttelnde Grrrunz mit berstender Allgewalt ins ortsansässige Atomkraftwerk ein, das ohnehin schon des öfteren unangenehm durch verschiedene schwere Störfälle aufgefallen war, aber trotzdem - Gott sei Dank! - als äußerst sicher, ja sogar als erdbebensicher galt. Das tobende Riesenmonster spreizte in grenzenloser Wut seine giftgrün angeschwollenen Zackenschuppen, fasste wahllos nach Brennstäben und Fässern mit hochradioaktivem Sondermüll und schleuderte sie planlos nach allen Richtungen davon. Jetzt zeigte sich, dass das von der derzeitigen konservativen Regierung für solcherlei Fälle kühl ersonnene Notprogramm problemlos griff: Das blitzartig evakuierte AKW kam nämlich sofort unter einen bombensicheren Schutzmantel aus Beton - und alle Beteiligten mit heiler Haut und einem kleinen Schrecken davon. Und ein bunter Regenbogen spannte sich von Ankara bis nach Paris. Die wirkliche Welt ist reich und fruchtbar, die geistige Welt trocken und arm.

Erster Aufzug

Mit segnender Gebärde trat Grüßgott vors Haus, breitete die Arme aus und rief: "Milde Gaben! Milde Gaben! Milde Gaben, bitte...!"
.........Bud fand, dass Grüßgott sich damit nur zum Popanz machte und rief ihm daher zu: "Grüßgott, lass das doch!"
.........Da schellte das Telefon. Quatsch. Wenn man schweigt zum Trampeln der Nilpferde im Zoo. Bud nickte und entgegnete Bud in sachtem Tone: "Ich weiß doch: Es ist ein herrliches Gefühl: Zahnpasta unter den Achseln und an den Fußsohlen Himbeerpudding!"
.........Drauf gab es einen Wettergruß in Form von einem Regenguss. Ungerührt ob dessen stand Grüßgott im Freien - mit aufgeschlagener aber bald durchhängender Zeitung - und las, dass Barbara Auers neuester Film den Titel Ursprünglein tragen und am 17.6. in den Kinos gestartet werden würde. Das arme Ding!
.........Die Sonne aus den Wolken kam wie ein dampfheißer Knödel wundersam! Und das Gemüsebeet atmete leis seufzend auf!
.........Bud indes freute sich schon wie ein Schneekönig auf das Konzert der Stralsund morgen Abend. Er gab Grüßgott eine der beiden Karten, die er käuflich erworben hatte. Grüßgott kam nämlich - so war es ausgemacht - mit zum Konzert.
.........Die Karille girrte. Er überlegte sich die Sache gut und blickte zu den etwas verlegen den neu braust im "DU" den Feld das Tafelwasser auf der Garage und beiden herumsuchenden Personen ins Gras. Er lgeruze. Wonach zu suchen war, das wussten sie gar nicht so genau. Die Phantasie ist die künstlerisch verklärte Variante der Lüge. In diesem Momente der geistigen Erhebung erblickten Bud und Grüßgott den hoch über den Hochhäusern aufragenden und mit gigantischen Mörtelbrocken und insassenlosen Automobilien nur so um sich schleudernden, aber glücklicherweise bisher noch überhaupt niemanden weder verletzt oder gar getötet habenden Urweltgiganten.
........."Mensch du, da tobt ja Grrrunz! Sollte es denn tatsächlich sein, dass..."
........."...er sich von dem Anker losgerissen hat? Ist es Wirklichkeit?"
.........Ein uralter VW-Bus, der einige Meter vor ihnen aus der Luft auf die von Menschen leergefegte Straße herniedercrashte, gab ihnen vielsagend die Antwort. Dazu gabs einen Wettergruß in Form von einem Regenguss. Völlig normal! Wer, der in der Hölle lebt, könnte hoffen, daraus dereinst eine bessere Hölle machen zu können? Bud jedoch faltete die Hände zu einer Tüte, legte sie an den Mund und rief zu Grüßgott auf die andere Straßenseite hinüber: "Bleib du hier! Ich gehe und laufe, um Tierarzt Mabuse zu holen. Nur er kann helfen, den unglaublichen Grrrunz aufzuhalten, bevor das arme, sinnverwirrte Tier noch die ganze Stadt in Schutt und Asche legt!" Während der glücklicherweise insassenlose VW-Bus in einem glutroten Explosionsball verging, quittierte Grüßgott die Rede des zu Mabuse fliehenden Bud mit einem frohen Nicken.
.........Die Sonne fing an, stark zu scheinen, die Wolken wollten nicht mehr weinen. Bud aber sprach milde: "Wer mit der Zeit geht und den Fortschritt als Lust und nicht als Last empfindet, nur aktiv und weltoffen durchs Leben unseres noch jungen 3.Jahrtausends schreitet, für den ist der Einsatz modernster Zahlungsmedien eine pure Selbstverständlichkeit. Unsere Credit-Cards garantieren uns beständige Unabhängigkeit, Flexibilität, Bequemlichkeit und ewige Liquidität. Kauft Geld!" Bei diesen edlen Worten hatten Buds Augen vor missionarischem Eifer regelrecht geglüht.
.........Dunst und Nebel wallten hoch, sie stürzten voll ins Sommerloch. Ein Rudel Frauen rannte hysterisch auf den Bürgersteig hinaus. Jede der Dirnen stellte sich mit voll entblößtem Oberkörper in einer wirren Position starr dort auf. Auf den zufälligen, sehnsüchtigen Ruf einer Autohupe hin, begannen die Schlampen im plastikartig grellbunten Tageslicht der lockenden Straßen ihre Busen derartig zu schütteln, dass es regelrecht unbegreiflich war. Nichts ist moralischer, unmoralischer, herzerfrischender und verjüngender als der aufrichtige Abschied von der Jugend.
.........Ein Blitz, wir können es erahnen, brachte den Donner in die Bahnen. Daraufhin rannten die bedauernswerten 11- bis 14jährigen Mädels wieder ins Haus zurück und bedeckten mit Händen keusch ihre Blößen vor den, von ihrer elendigen Nacktheit entsetzten Priestern im Foyer. Dazu passend hub Bud gebethaft und laut, ja in geradezu klerikal-emphatischem Redestyle an zu sprechen, wobei er die Hände geil gen Himmel reckte: "Credit-Cards schenken uns den finanziellen Freiraum, den wir Leute von heute brauchen, weil sie uns spontanes, kreatives Einkaufen ermöglichen. Kauft Geld!" Die Menschen ringsum lachten.
.........Auf Regen folgte Hagel, verhagelte den Spargel. Grüßgott wandte sich mit erhobenem Zeigefinger und dozierend strengem Tonfalle mit folgender kurzen Ausführung an die grunzende Menge: "Uns darf es bei all dem nicht mehr darum gehen, die Science-Fiction lediglich zu surrealisieren. Das haben andere vor uns längst vollbracht, längst vollbracht. Nein, uns Heutigen muss es vielmehr darum getan sein, den Surrealismus wissenschaftlich-technisch zu instrumentalisieren...!" - des Wetters wegen musste Grüßgott plötzlich an sich halten: Ein Sturm begann nun voll zu brausen, riss Hüte mit, viel abertausend. Die ehemaligen Hauptbedeckungen rollten wie auf Unschuldige losgelassene Raubtiere über die klitschnassen Straßen, Trottoire, Toiletten und Pissoire und wurden gnadenlos von gar manch heranquietschendem Pneu quatschend überrollt, wobei der eine oder andere der zerdätscht werdenden Deckel aufgrund einer ausgezeichneten hydraulischen Situation gleich einer sich im Übermaß aufgebläht habenden Kaugummiblase jäh zerplatzte oder sogar in einigen anderen Fällen irgendwie überaus garstig schmotzte. Und auch mein Hut, er hüpfte fort, vom Sturme in die Pfütze dort. Ein ganzes Bündel von Wirkungen ließ die Menschen plötzlich losplatzen vor Lachen. Wieder girrte die Karille.Und wem es nicht gelingt, das Licht in der Nacht zu deuten, dem sollte verboten werden, Träume zu deuten. Bud versuchte es derweilen aufs Neue: "Mit unseren Credit-Cards können wir rund um die Uhr in der ganzen großen Welt abheben...!" Er machte eine fügsame Kunstpause, dann brüllte er einem Homer gleich göttlich-theatralisch empor ins leuchtende Firmament: "KAUFT GELD!!!", und breitete dabei antennenhaft weit die Arme aus.
.........Zeit und Raum waren irgendwie durcheinandergekommen. Die echte gedankliche Phantastik ist im allgemeinen die sehr deutliche und genaue Vorstellung von dem, was nicht passieren kann.
.........Dazu gabs noch ´nen Wettergruß in Form von einem Regenguss. Aber: selbst in der Hölle gibt es bessere und schlechtere Zeiten.
.........Doch bald erneut die Sonne lachte, vom Himmel her die Hitze krachte. Jedes Paradoxon ist eine Hochburg der Wirklichkeit.
.........An allen Ecken und Enden der Stadt hingen und prangten die riesigen protzigen Plakate vom Konzert der Stralsund morgen Abend. Alles was schwer zu haben ist, ist leicht zu bekommen! Bud jedoch rannte inzwischen wie ein Blöder nach dem Tierarzt Dr.Mabuse. Nur er konnte den gewaltigen Grrrunz und die verwirrte Stadt retten.
.........Ein Regenbogen spannt sich hin, von Sidney bis ins ferne Wien. Atemlos gelangte Bud endlich in die Glockengasse Nr. 47 um 11 Uhr. Hier und jetzt wohnte der angestrebte Tierdoktor. Sich die Stirne mit einem Kölnischtüchlein abtupfend, tupfte er mit dem Zeigefinger dauerhaft an Mabuses Schelle. Das konnte er, denn seine liebe Schwester hatte noch nie hier die Klingel gedrückt!
.........Schnee fiel auf die Sommerwiesen, ließ fröhlich Eisblumen neben Löwenzahn sprießen. Frl. Maiblümchen, die moralisch inwendige Haushälterin des Fetterinährs (brrrroompf!), öffnete den Verschlag. Bei Buds Anblick rollte sie erfreut die Augen in dem pechschwarzen Gesicht und rief laut und die Hände hoch über allem zusammenbatschend aus: "Massa Schpenza! Welche Freude Sie hier wieder mal bei uns in Onkel Dr.Toms Hütte begrüßen zu dürfen!"
........."Schon gut, schon gut, beste Boa! Bitte rasch: Ist der Doc da?"
........."Leider nein, Massa Schpenza. Aber bitte, kommen Sie doch erst mal rein in die gute Stube!"
.........Und dann erhob sich nasser Nebel, der ging mir wirklich auf den Schemel. Das gute Frl. Maiblümchen bestand darauf, dass Bud ihr bei einem feinen Tässchen Tee erst einmal in aller Seelenruhe erzählte, was überhaupt los wäre und warum er so dringend nach dem Dottore verlangte.
.........Ein Gewitter, schrumpelbum, drehte nun das Wetter um. Ein Herr der Straße rief empört in den blauschwarzen Himmel mit dem Donnerwetter und crie: "Ich glaub mein Giftschrank dudelt im Sextett!" Von Blitzen umtobt, vom Donner umrumpelt und vom Regendusch durchtränkt machte er an seiner wasserschlappen Krawatte herum. Völlig normal!
........."Ich finde, dass der Bud was hat!" - "Klar Mann! Er hat Zahnpasta unter den Achseln, an den Fußsohlen Himbeerpudding und ein Piece Harzinger Stinkkäse unter der zitternden Vorhaut!" - "Jawollja!"
.........Jetzt gab es einen Wettergruß in Form von einem Regenguss.
........."Tja, Massa Schpenza, ich weiß leider wirklich nicht, wo der Doktor im Moment ist! Wie gesagt, er ist vorhin erst ausgegangen, um ein wenig spazierenzugehen und seine Gedanken etwas schweifen zu lassen. Es ist wirklich zu dumm, denn das kann sich hinziehen. Wie Massa Schpenza ja selbst wissen, kann es unter diesen Umständen stunden-, ja tagelang dauern, bis Dr.Mabuse wiederkommt."
.........Und auf des Gartens traute Blüten knallte die Sonne mit Wucht aus Tüten. Ratlos rührte Bud im Tee und blickte gedankenschwer aus dem Fenster. In der Ferne stiegen Rauchsäulen aus dem eingeknickten Dächerzickzack der glücklicherweise völlig evakuierten südlichen Stadtviertel, in dem Grrrunz gerade die Sau rausgelassen hatte. Bud batschte mit den Händen entnervt und laut auf den Tisch, so dass die Tassen hüpften und Boa erschrak. Er rief: "Wenn ich nur eine Idee hätte! Ich fühlte mich so hilflos, so ohnmächtig!"
.........Auf Regen folgte Hagel, verhagelte den Spargel. Plötzlich leuchteten in Boas tintenschwarzem Gesicht die Augen auf. Sie sagte: "Vielleicht habe ich eine Idee!" Sie erhob sich so rasch als es ihre Leibesfülle zuließ, ging zu einem Geheimschränkchen und tippte die Kombination ein. Das Türchen des Schränkchens öffnetechen sich aufschnappendlein. Das dicke Fräulein entnahm der widerborstigen Arzeneiviteriene einen von vielen Gegenständen. Es war ganz offensichtlich ein kleines Gerät, eines das einer Fernbedienung nicht unähnlich sah. "Hiermit!", sagte Frl.Maiblümchen und hielt das Gerät hoch, "schaffen wir Grrrunz vielleicht! Es ist eine Neuentwicklung des lieben Doktors und ganz leicht zu handhaben! Kinderleicht! Ich hab Massa Tom bei der Konstruktion oft über die Schultern geschaut und weiß genau wie es geht!"
........."Na dann aber schnell los, Boa! Jedes Sekündlein ist jetzt wirklich kostbar!"
.........Schon drei Sekunden später hasteten die Fette und der Dicke auf dem Trottoir quer durch die ganze Stadt dem tragischen-dramatischen Sammelpunkte des Geschehens entgegen. Über die Straßen hüpften Hüte, entrissen von des Sturmes Wüte.
........."Die Zweideutigkeit der Sprache fordert die naive Eindeutigkeit der Gedanken heraus, haha!", rief Bud keuchend, als er näher kam und winkte Grüßgott mit dem kostbaren seidenen Einstecktüchlein aus der Brusttasche seiner sündteueren Anzugjacke zu, während aus einem offenen Fenster donnernd eine Radiostimme mit folgender Rede schallte: "Hier ist der katholische Wetterdienst mit den neuesten Daten: Es bleibt weiterhin sonnig, warm und subversiv lauschig. Glauben Sie mir, ich bin voll der Hoffnung, dass...!" Don ging nicht mehr zuhörend weiter.
.........In Schneewehen stockte: der Verkehr, der verbockte! Die Leute verharrten gelächtergeschüttelt. Soeben zerfetzte der mächtige Grrrunz eine 2250sitzige Lufthansa-Maschine, die er sich einfach aus der Luft geschnappt hatte. Zuvor hatte die verantwortungsbewusste und für solcherlei Notfälle stets eins a vorbereitete Crew alle Passagiere und sich selbst per Fallschirm und Schleudersitz in Sicherheit gebracht. Alle überstanden den Absprung unverletzt und noch im Fallschirmflug war eine schwangere junge Frau mit Hilfe einer gut geschulten und sehr freundlichen Stewardess glücklich zur strahlenden Mutter eines kerngesunden, flöhlich schreienden und lachenden Knäbleins geworden. Grrrunz sei Dank!
.........Ein Regenbogen, gar nicht dumm, spannte sich wie ein Saturnring um die ganze Welt herum. Was ein echtes Monster ist, das ringt stets munter um die Liebe Gottes!

Das blöde Werk

Es folgt hier nun ein Regenguss in Form von einem Wettergruß. Davon geweckt wurden Bud und Grüßgott. Ihr erster Gedanke galt dem Konzert der Stralsund heute Abend, denn sie freuten sich schon seit Wochen mächtig darauf. Die Stralsund war eine begnadete Künstlerin. Tschaikowskys Klavierkonzerte rasselte sie beispielsweise nur so herunter wie eine 1.
.........Der eine Teil der zeitgenössischen Jugend gehört ins Altersheim - der andere hinter Gitter! Glamour-Hausfrauen plätschern mit PRIL! Das spritzt! Und schäumt!
.........Das heutige Konzert wurde übrigens von allen großen Wetterstationen über Wettersatellit um die ganze Welt übertragen. Es war ein großes, ein bewegendes Musikereignis. Größer und bewegender als der Grand Prix d´Eurovision de la Chanson. Das Detail ist die Hölle.
.........Ein Nebel kam, so rau und kalt wie Speiseeis, doch kurz darauf wars wieder heiß. Wie Konfetti regeneten die letzten Fetzen der leeren Lufthansa-Maschine vom Himmel hernieder und der gewaltige Grrrunz tobte brüllend inmitten dieses selbst produzierten metallischen Schneegestöbers. Plötzlich jedoch hielt er verblüfft inne, da eine fette, schwarze Frau mächtig zu ihm gellend empor schrie: "Sieh mich an, du dreckiges Luder!" Hierbei streckte sie ihm entschlossen ein winziges Gerät nach oben entgegen, an dem unentwegt ein rotes Birnlein blinkte.
.........Und wiederum gabs Blitz und Donner, erschreckten alle Hausbewohner. Unbeirrt davon drückte die das Monstrum starr fixierende Boa ständig auf den Knopf von Dr.Mabuses Wundergerät, reckte es Grrrunz wie ein geweihtes Kruzifix entgegen und rief dabei in monotonem Sprechgesang dem innehaltenden Urweltriesen zu: "Du wirst müde...müde...sehr, sehr müde...deine Augenlider werden schwer und immer schwerer...! Du fällst in einen tiefen, tiefen Schla...!"
.........Die Sonne buk, das Wäldchen rauchte, Bud einen starken Sonnenschutzfaktor brauchte. Wie Bud es sich ganz richtig zusammenreimte, war das unscheinbare Gerät in Boas Hand eine Art Monsterbremse, die neben vielen anderen Funktionen Hypnosebefehlsgesänge, so wie jetzt im Moment erforderlich, in die entsprechende Sprache eines Ungeheuers zu übersetzen vermochte und ihm unwidersetzbar diktierte, den Befehl auch haarklein zu befolgen. So blieb es natürlich nicht aus, dass der gute Grrrunz jetzt ohnmächtig hinsank, darniedersank in einen ruhigen und friedlichen Schlaf. Bud atmete erleichtert auf. Völlig normal.
.........Auf Regen folgte Hagel, verhagelte den Spargel. Wer sich im Ungefähr verliert, ist dem Paradies am nächsten.
.........Ein erhabenes Lautgemälde. Togu laga bagga! Bud aber lautschte in sich hinein und befragte sein Gewissen. Ja, er würde noch eine dritte Konzertkarte besorgen! Das war er dem lieben Frl. Maiblümchen mehr als schuldig!

Welttournee:

Die berühmte schwedische Pianistin Anna Stralsund übergab sich beim Präludium auf die Tasten und spielte dann mit feinfühligen Fingern erhaben im Erbrochenen weiter, als da waren: Pommes mit Spinat und Braunkohle plus Majo. Die Menschen waren hingerissen und blieben begeistert!
.........Bud zog später seinen Hausroboter neu auf. Dann genoss er es, ihm zuzusehen, wie er steif kreuz und quer in der Diele herumtackelte.
.........Und alle waren wirklich wild auf dieses heiße Hitlerbild!


ENDE

DAS BLÖDE WERK (1992)
© 1992/2002 by Omi Dreihüllen,
ZERO ZOXX INTERNATIONAL
und Babel Verlag, Geisterstadt.
Titelanimation von J.G.Wind.

Die Seite wurde eingerichtet 2002
Erste Aktualisierung: 27.Januar 2008

E-Mail: zzi@zerozoxxinternational.com