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VIER PHILOSOPHISCHE SCHRIFTEN -
ÜBER DIE HERAUFKUNFT DER DEFORM -
Anfügungen zur Kritik des Zentralismus

J.G.Wind

KRITIK DER EWIGEN WIEDERKEHR DES GLEICHEN
(NIETZSCHE)


VORBEMERKUNG

Vor nachfolgender substantieller Kritik von Nietzsches Lehre der ewigen Wiederkehr des Gleichen sei dennoch darauf aufmerksam gemacht, dass diese Lehre erstmals die Schöpfungsidee anknackt, also die Ideen von Weltanfang (heute Urknall genannt) und dem dazugehörigen Armageddon - sprich Anfang und Ende der Welt. Zwar suggeriert der Begriff Wiederkehr Anfänge und Enden, der Zusatz ewige deformt jedoch erstmals die Perspektive abendländischer Welt- und Schöpfungsvorstellungen. Von hier aus ist es nicht mehr weit bis zum Denken eines anfang- und endlosen Universums, das ganz ohne Urknall und Expansion "auskommt".

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Sowie das allerneuest
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Die Unendlichkeit (Ewigkeit) ist deshalb unendlich, da sich die Gestalten und Ereignisse in ihr nie erschöpfen. Nichts kann sich je wiederholen.
.....Eine Wiederholung - eine wirkliche Wiederholung (im Sinne der totalen Identität, wie Nietzsche sie im Falle der ewigen Wiederkehr versteht) wäre schließlich identisch mit dem, was sie wiederholt. Das Identische aber ist hinfällig! Was wahrhaft gleich wäre, wäre immer dasselbe, d.h. Eines - eins in sich!"
.....Nietzsches ewige Wiederkehr des Immergleichen mag möglich oder wirklich sein - sie wäre aber dann ebenso belanglos und hinfällig wie die Belanglosigkeit und Hinfälligkeit selbst!

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Sowie das allerneuest
Verfügbare...

(
J.G.Wind
Sils-Maria
Herbst 2001/13. 8.2002)

Dämmert der Tag schon auf?



J.G.Wind

ÜBER DIE DEFORM



Das philosophische Denken sollte dasjenige unserer Vermögen sein, welches vermag, die Perspektivik unserer (leiblich-sinnlichen) Optik zu entzerren, zu "deformieren".
.....Was uns (z.B.) unser Schauen liefert, ist formierte (Form) Optik, Formen (Gestalten) durch Perspektive (vermittelt). Deformiert meinen wir hier nicht im Sinne von verformt, sondern von entformt, genauer: perspektivisch entformt. Philosophisches Denken sollte u.E. perspektivische Entformung, also Deformierung sein.
.....Das Wort Deformierung weist hier aber gleichzeitig (und zwar doch in der herkömmlichen Wortbedeutung) auf die immanenten Gefahren unseres Verfahrens hin, die solchem Denken erwachsen können, wenn es naiv angewendet wird (und was kann durch Unbedachtheit nicht pervertiert werden?): Gefahren durch Verformung, durch unmenschliches Denken aus unmittelbarem "für wahr halten" des jeweiligen Denkergebnisses. Ein Grundsatz des perspektivisch entformenden Denkens sei daher, dass es stets begleitet sei von auf sich selbst bezogener Skepsis.
.....Deformierendes Denken (in der hier neuen Wortverwendung) ist immer ein Tasten. Tasten ist jedoch ein auf unseren Tastsinn bezogenes Wort und weist auf die Sinnlichkeit hin, der unser Denken auch hier unterworfen ist. Wie wir aber schon früher darlegten, ist unsere Sinnlichkeit der Perspektive unterworfen, die Perspektive ist aber unser Weltblick.
.....Damit befindet sich unser Denken aber in einem (scheinbaren) Dilemma. Selbst vom perspektivischen Weltblick geprägt, ist sein Ziel (soll es Sinn haben) die Deformierung. Das rührt daher: unsere Sinne sind trotz der Formierung, die sie uns liefern schon von vorneherein in gewissem Sinne auf Deformierung angelegt. Das Dilemma unseres Denkens ist also das Dilemma unserer Sinne, unserer Wahrnehmung. Was wir sehen, hören oder tasten ist ja nicht unwahr, sondern lediglich perspektivisch formiert, gewissermaßen eine Maske der Wahrheit. Die von einem "Punkt" aus operierende perspektivische Weltsicht, das Ich, hat nur die Möglichkeit dieser Wahrnehmung. Hier kann das (philosophische) Denken helfend einspringen. Selbst wenn auch es (durch seine "Sinnlichkeit" bedingt) letztlich vielleicht nie an die eigentliche Deform herankommen kann, so hält es uns immerhin den Weg zu ihr, d.h. zur Wahrheit offen. Denn die (vollendete) Deform wäre das, was wir mit Wahrheit meinen.
.....Unsere Sinne eröffnen uns zwar die Welt, aber noch nicht die Wahrheit. Nur das Denken kann uns der Wahrheit (möglicherweise) näher bringen.

(21.8.2002)



J.G.Wind

DIE BEGRIFFLICHKEIT DER PERSPEKTIVE
(PERSPEKTIVE DER BEGRIFFLICHKEIT)
(Kritik landläufiger Auffassungen,
die die Loslösung C.G.Jungs
von der Lehre Siegmund Freuds betreffen)


AND THE WIND BLOWS FREE
(Titel eines Romans von Luke Short)


Die Begrifflichkeit der Perspektive (oder die Perspektive der Begrifflichkeit) findet ihren Ausgangspunkt und Widerhall im prä-perfektionierten Reflex der individuellen Äußerung, diese bezogen auf rein mathematische Ideenkomplexe, die ihre Kompression sprachlich erzielen, ohne rückbezogen zu argumentieren; vielmehr ist hier die äußerungsbezogene Orientierung dem gedanklichen "Schritt vorwärts" überantwortet.
.....So ist eine Aussage wie "Je engmaschiger das gesellschaftliche Netz, desto mehr und immer ausufernder gibt es Gelegenheiten, um kollektiven Blödsinn anzustellen." als unumkehrender Faktor in einer sprachlichen "Kompakt"-Zusammenstellung nutzbar - aber auch im negativen (hier nihilistischen Sinne) benutzbar. Die Perspektive schwenkt, in den Fokus tritt im kooperativ-unumfänglichen Sektor des (später bei Jung archetypisch genannten) "Gemeinwesens" Sprache die Gesamtumkehrung - und "Psychisches" wird - historisch erfahren - (erstmalig) sichtbar! Was Freud hier "entdeckte", erzeugte er jedoch in Wahrheit!
.....Bleibt am Ende die individuelle Äußerung, jedoch bezogen auf nicht rein oder gar nicht-mathematische Komplexe von Ideen, dann kann eine rückbezogene Argumentation gar nicht ausbleiben! Eine individuelle Äußerung findet nicht statt (äußerungsorientierte Bezüge im Rückschritt!) - und die Perspektive wird ent-begrifflicht. Die Aussage lautete jetzt etwa:"Um Blödsinn kollektiv vermehrt betreiben zu können, knüpfen wir auf künstlicher Basis ein noch dichteres gesellschaftliches Netz, welches dann im Lauf der Zeit automatisch mehr und mehr Personen an uns und unser Treiben bindet." - Im Falle dieser Aussage käme im Sinne sprachlich erreichter Kompression nun zutage die darin in Rückkopplung versteckte Zusatzaussage: "Denn es gibt Außenseiter!" - Die Perspektive der Begrifflichkeit hat "das Feld betreten". Die Summe dieser Felder ergäbe aber noch immer keine (im prä-perfektionierten Reflex einer rückwirkend temporal bestimmten Aussage) irgendwie geartete individuelle Äußerung, sondern vielmehr ein sub-argumentatives Bedeutungstableau im jetzt "schwankenden" psychischen Sektor einer Aussage, die die Perspektive zwar ent-begrifflicht hat und rückbezogene Argumentationen zurückweist, jedoch, wo nicht nihiliert, so in breitestgestreuter Reflexion nivelliert.
.....Hier wollte und konnte Jung Freud nicht mehr folgen. Es ist noch nicht begriffen worden - Jung selbst hat hier rätselhafterweise seiner eigenen Einsicht oft diametral entgegengewirkt (vieles wirft man ihm auf diesem Felde ja auch zu Recht vor) - dass Jung den entschiedenen Perspektivwechsel durch ent-begrifflichende Rückkopplungen sprachlicher Natur gesamtumkehrte und das "Psychische", welches Freud erzeugte, "nach außen ablenkte" und dadurch erstmals auf die Perspektive der Begrifflichkeit hin öffnete. Der sich hier zur Vergangenheit auftuende Winkel (nicht mathematisch-geometrisch gemeint) macht nun diejenigen Ereignisse und Vorkommnissse in vergegenständlichter Hinsicht sichtbar, die er (Jung) dann in - wie könnte es anders sein! - althergebrachter Begrifflichkeit schließlich Archetyp nannte. Der "kollektiv erwirkte" Archetyp aber war hier gerade nicht gegenreflexive Individualerfahrung, sondern das, was aus dem Fokus dessen, was seit Freud mit Psyche gemeint ist, mit Bravour heraustritt und also verdächtig gut zu dem passte, was wir hier zuvor als rein mathematische Ideenkomplexe bezeichnet haben.
.....Die rückbezogene Argumentation wird, wie die Geschichte der nachfolgenden "praktischen Seelenkunde" beweist, zum verzweifelten Versuch, den perfekten Reflex auszubilden und - banal gesprochen: wie mit dem Hämmerchen gegen das Knie, so auch gegen die "Seele" - den Reflex im prä-perfektionierten Sinne Schule-begründend zu sprachlich aufgesplitterten "Seins-Komplexen" zu synthetisieren. (Die Ehrenrettung allmählich "atomistisch" verstandener Ich-Punkte in des Schülers Archetypen-Lehre liefert denn auch ausreichenden Argumentationsvorrat zu seiner, Jungs, Ehrenrettung.) Hier verläuft die Frontlinie seiner historischen Bedeutung: Betrachten wir Jungs Werk unter Ausklammerung seiner Seelenlehre, so öffnet sich uns die Begrifflichkeit der Perspektive und eine Aussage wie etwa "Der Mond leuchtet nicht, weil er von der Sonne beschienen ihr Licht reflektiert, sondern weil er selber leuchtet!" beginnt auf abenteuerliche Weise Wahrheit zu beinhalten

(21.8.2002)



Sammy Tornado

ÜBER DAS FEHLENDE IM UNENDLICHEN



Unendlichkeit: im Sinne unendlicher Möglichkeiten innerhalb einer zeitlich schrankenlosen Ewigkeit. (Ewigkeit kann auch zeitlich eingeschränkt gedacht werden: zeitlich, aber nicht vieldimensional eingeschränkt, zeitlich, aber nicht räumlich eingeschränkt usw. - es gibt viele Arten von vorgestellten Formen von Ewigkeit.)

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Unendlichkeit denkt man sich im Allgemeinen als eine Art Kontinuum, das mit allen nur denkbaren und undenkbaren Ereignissen "vollgepfropft" ist. hierbei wird aber übersehen, dass wahre Unendlichkeit auch Ausgelassenes beinhaltet - und zwar nicht so, dass selbst in irgendeiner Weise Ausgelassenes trotzdem irgendwie in sie eingeschlossen ist, sondern so, dass gewisse Möglichkeiten sich einfach nicht erfüllen.
.....Oft wird gefragt, welche Werke wohl Wolfgang Amadeus Mozart und Franz Schubert noch geschaffen hätten, wären sie nicht in so verhältnismäßig jungen Jahren gestorben. Die Antwort im Sinne unseres Themas, bezogen also auf das Ausgelassene im Unendlichen, muss lauten: Gerade weil Mozart und Schubert so früh gestorben sind, existieren keine weiteren Werke von ihnen. Diese Bemerkung transportiert hier beileibe keine Selbstverständlichkeit!
.....Ihr früher Tod ist die Bedingung für die Auslassung gewisser Möglichkeiten innerhalb der Unenlichkeit. Das heißt nicht, dass diese Werke nun immerhin noch als Möglichkeit existieren, dass sie möglicherweise von anderen Komponisten rekonstruiert werden könnten usw. Es heißt vielmehr, dass sie komplett fehlen und nie und nimmer irgendwie existieren. Der Schlussstrich des Todes ist im Falle unseres Beispiels mit der beiden Komponisten auch der Schlussstrich nachfolgender Möglichkeiten. "Hätte", "wäre", "wenn", diese Begriffe sollten wir in bestimmten Fällen besser aus unserem Sprachgebrauch streichen. Es sind Begriffe der Reue und/oder des Bedauerns über verpasste, irgendwie versäumte Möglichkeiten, die sowieso nie vorgesehen waren.

(23.8.2002)


Rüdiger
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AUS KRYPTISCHEN TEXTEN

Lesevorschlag:
The Making Of
THE BIBLE-SONG

VIER PHILOSOPHISCHE SCHRIFTEN
© 2002 by J.G.Wind, Sammy Tornado,
ZERO ZOXX INTERNATIONAL und
Babel Verlag, Geisterstadt.

Seite eingerichtet: 2002
Erste Aktualisierung: 2.Februar 2008