Startseite THE ZERO ZOXX GROUP

ZERO ZOXX INTERNATIONAL
präsentiert:

Diego de Montes
Wetterleuchten um ein
zernudeltes Hemd

Die vorliegende Arbeit ist entstanden, als ich daranging, den 1912 im Rascherschen Jahrbuch erschienenen Aufsatz Neue Bahnen der Psychologie auf Verlangen des Verlegers für eine zweite Auflage zu revidieren.

C.G.Jung

Wie eine Idiotin glotzend streckte Lussa, eine seiner lieben Nachbarinnen im 5. Stock des Wohnblocks gegenüber, ihren Süßkopf aus dem Fenster. Unablässig starrte sie ihn an, wie er sich in den verschiedensten Posen nackt auf dem Balkony regte und dabei mehrmals mit dem Popo versehentlich an seine Stechpalme geriet. Als er Lussas anrüchiges Glotzen gewahrte, zog er entrüstet sein Badetuch hoch, hielt es sich keusch vors Gemächt und brüllte aus vollster Lungenkraft zu ihr hinüber: "Was glotzen Sie denn so, Sie Wüstling! Noch nie einen Mann gesehen?"
.....Da schwand ihr Antlitz beleidigt durchs Fenster zurück ins Dunkel ihres Rooms.
....."Du bist schuld!", schrie Marcel Trottel seine Stechpalme an und versetzte ihrem Pott einen derartigen Tritt, dass der ganze Kadaver in die Ecke flog und erdspritzend dort zerbarst.
.....Als er den Balkony verlassen wollte und fast schon den Türrahmen erreicht hatte, setzte die so barsch in die Ecke verwiesene Pflanze ihren dringenden Drang zur Rache in die Tat um: Sie streckte blitzschnell einige ihrer großen, saftigen Blätter aus und piekste dem im Hineingehen befindlichen Manne leicht zwar, aber mehrfach konzentriert in die Pobacken.
.....Mit einem erschrockenen Hüpfer trug es Marcel über die Schwelle ins Wohnzimmer. In dieses überwältigend schöne Wohnzimmer mit der pottmodernen Einrichtung und dem optisch alles beherrschenden Bücherregal. Sogar einen antiken Plattenspieler mit offenem Verdeck gab es unter all diesem Luxus! Leider war die Diamantnadel nahezu vollkommen abgewetzt und Ersatz dafür gab es schon seit vielen Jahrhunderten nicht mehr.
.....Entschlossen trat er auf eben diesen Plattenspieler zu und schaltete ihn ein. Marcel war ein Mann, der grundsätzlich aus jeder Situation das Beste machte; und so legte er eine Scheibe mit Hochklassik auf und tauchte darüber nun sacht seinen Arsch hernieder. Die paar Stechpalmenstachelchen, die dort in seinem werten Fleische weilten, senkten sich also an den verschiedensten Stellen in die Rille. Und prompt erklang mehrfach und mystisch ineinander verwoben ein gar heiteres Lied. Er hob die Beine, streckte sie geradeaus und schwebte also brilliant balancierend über der unter seinem öde drückenden Gewicht immer schwerer und schwerer rotierenden Platte nahezu in der Luft. Einzig die Nadeln unter seinem Hintern hatten noch "Bodenkontakt" und sie schabten wunderschön grill über die in schierer Zeitlupe dahinleiernde Platte: "...Ooooooouuuuh sseeesterrr eeeeem eeiiii noooodd aaaaaaa braaaasaaaa duuuuuujuuuuuuu???...", so leierte es quer und schwer durcheinander. Und zu dieser musikalischen Köstlichkeit sprach er nun vollinspiriert folgendes Gebet:


"-Ist das amerikanisch?-
Aus amerikanischen Herzen kommt dies schwüle Kreischen?
Und amerikanischen Leibs ist dies Sich-selbst-Entheischen?
Amerikanisch ist dies Popstar-Händespeizen,
Dies weihrauch-düftelnde Stimme-Reizen?
Und amerikanisch diees Rocken, Hüpfen, Taumeln,
Mit Monsterknete Monster kneten,
Dies ungewisse Drogenbaumeln?
Dies Wonnen-Äugeln und Protestlied-Singen,
Dies ganze falsch verzückte Groupie-Überhimmeln?
-Ist das ein Kreuz!-
Erwägt! Noch steht ihr an der Pforte:-
Denn, was ihr hört ist Woodstock, - Woodstock ohne Sahnetorte!"

Als Marcel dies Gebet geendigt hatte, ließ er sich einfach schwer niedersacken und sein Arsch zerquätschte würdelos den Plattenspieler mitsamt der heilgen Ehrenplatte - dieweil die Stacheln sich nun vollends ihm mit aller meditativen Kraft wohltuend ins Sitzfleisch senkten.
....."Aaah! Oh Wonne höchster Lust! Aaah, nochmal!"
.....Mit mildem Wimmern erhob sich Trottel von den Überresten der zerdätschten Musiktruhe. Sanftes Erinnern kam ihn an: Welch öde Melodeien hatte dies Instrument sein ganzes Leben lang ausgestrahlt! Und nun war es so schnöd damit vorbei! Marcel wackelte langsam und etwas melancholisch hinaus ins Badezimmer, während um seinen Arsch liebreizend die holden Schmerzenssternchen flimmerten. Eins ums andre Stachelchen fistelte er angelegentlich heraus.
.....Im Spiegel betrachtete er sodann stolz sein ebenso schönes, wie auch etwas zerknautschtes männlich-markantes Morgenmuffelgesicht der Marke Dreitagerausch mit leichtem Vollbart.
....."Ich schau heut wirklich wie ein Arsch mit Ohren aus, hähä!"
.....Aus dem Rasierschaumchip auf dem Bord spritzte ihm auf Gedankenbefehl hin die weiße Pampe ins Gesicht und teilweise auch ins doof offenstehende Mauli. Er spuckte diese weiße Kacke mit lautnassem Spotzen ins Waschbecken, das insgesamt auch schon mal ziemlich sauberer gewesen war. Dann griff er nach dem alten Rasiergerät mit der schon ziemlich stumpfen Klinge und kratzte sich damit ebenso genüsslich wie unsanft den nassen Schlabber aus der Visage. Mittendrin in dieser Protzedur zog er Unterhemd und -hose an, sowie seine alten Muffelsocken. Am Ende spülte er sich die verbliebenen Rasierschaumschlazen mit etwas Wasser aus dem Antlitz. Und dann das Heißeste: sein Aftershave! Eine extrabillige Sorte. Wie herrlich brannte es wieder auf seiner Haut! Er verzog hold vor Schmerz das Angesicht.
.....Aufs Zähneputzen verzichtete er heute mal wieder. Wozu auch den schönen Maulgeruch vertreiben? Und was den Rest der Morgentoilette anging, so verspritzte er sich lediglich etwas von dem unmöglichen 8x4 unter die Achseln.
.....Worauf er aber äußersten Wert legte, das war die Handvoll Haaröl und das Kämmen seiner mannhaft dichten braunen Zotteln zu einer smarten Biedermannsfrisur. Ganz am Schluss kämmte er sich mit dem vor Haarwasser noch glänzenden Kamm den eleganten, dunklen Potenzstreifen über dem verführerischen Munde zurecht.
.....Sein Gesicht sah jetzt überaus mannhaft satt aus, richtig ultraschön mit einem lieblichen Schlag ins duftig-herbe, einfach richtig saumäßig sattstark!
.....Nun gelüstete es Marcel Trottel noch nach einem heftigen Eau de Toilette. Also griff nach der Riesenflasche mit dem neuen Herrenduft von Chanel und schüttelte sich das Zeug in die voller Gier aufgehaltene hohle Hand, patschte es sich munter auf die Ohren und rieb sich zuletzt die Hände damit ein. Wie er diese Marke doch liebte! Sie muffelte so wunderbar herrlich nach Bahnhofstraße. Vor ihm stiegen stets die Assoziationen von Sicherheitsschienen, Lautsprecherdurchsagen und verschmutzten Herrentoiletten auf, wenn er dieses smarte Parfümchen roch: Liebliche Düfte atmet es aus!
.....Nunmehr jedoch war es endlich soweit!
.....Männlich markant marschierte er zum Kleiderschranke hin und holte mit allerdreckigstem Grinsen seine edelste und stolzeste Ausgehuniform dort raus. Silberne Schützenkordeln, Orden, Abzeichen - kurz der ganze Prunk militärischen Uniformschmucks zierte dies herrliche Jackett.
.....Mit wohlig pochendem Herzen zog er diese mannhafte Ehrenkleidung nun an, um sich ausgiebig in vollstem Wichse vor dem Spiegel zu bewundern und seinem stolzen Abbild eitel zuzusalutieren. Er rückte angetan an der Schirmmütze und am Krawattenknoten. Ach, was nahm er sich mal wieder schmuck und superstark aus!
.....Ganz, ganz mies grinsend ging er nun hinüber in die Küche und holte aus dem Kühlschrank eine enorme Sahnetorte hervor. Er stellte sie vor sich auf den Tisch und beschaute sie ein Weilchen voller Liebe. Sein Blick saugte sich dabei zuletzt schier an dem ganz schön protzigen Sahnehäubchen in der Mitten fest und Marcel fasste sich erneut apart an den Knoten seiner dunklen Uniformkrawatte.
.....Trottel musste sich schließlich nach langer schwärmerischer Betrachtung des üppigen Backwerks regelrecht dazu zwingen, seinen Blick wieder davon zu lösen. Er nahm nun ein etwas verschmutztes rotes Plastikeimerchen, stellte es neben die üppige Torte und entnahm dann dem Kühlschrank so etwa an die 22 Eier. Diese schleuderte er guter Dinge und vor allem mit viel Schmackes hübsch der Reihe nach in das holde Eimerlein, so dass heiter sie dort drin zerklatschten und zerpflatschten. Mit verklärtem Blick und einem Kochlöffel rührte Marcel dann in dem ödgelben Schleim- und Schlickerbrei. Artig goss er Milch dazu, gab dann noch Mehl und Senf hinein und auch viel Schokoladensträusel. Er hatte schon zu Beginn hochbefriedigt registriert, dass die Pampe ganz elendiglich stank. Unter all den rohen Eiern musste folglich also mindestens eines faul gewesen sein, stinkfaul!
.....Trottel nahm jetzt seine Schirmmütze vom Haupte und legte sie mit der Öffnung nach oben neben das rote Eimerlein, welches doch so knallvoll war mit der üblen Pampe. Er drehte den enormen Küchenspiegel beiseit des Tisches nun präzise so, dass Marcel sich und seine wunderschöne Uniform von dieser Position aus gut von oben bis unten bewundern konnte. Wieder fiel sein Blick auf die Torte mit ihrem provokanten Häubchen, um dann unwillkürlich abzuschweifen zu dem pestartig stinkenden Soßen-Eimerlein gleich daneben - und ein weiteres Mal fasste er sich an den eleganten Knoten seiner stolzen Militärkrawatte. Mit ebenso stolzem Gefühl nahm er daraufhin einen Kuchenteller und eine wuchtige Tortenschaufel von reinstem Tafelsilber, löste mit Hilfe der letzteren sachte, lieblich und mysterienspreizend ein schönes, saftiges, riesiges Stück Torte aus den üppigen Rund und beförderte es smart auf den edel und reich verzierten Teller.
.....Wie ein Herr von der Wega - mit elegant abgespreiztem kleinen Finger also - hielt er die Kuchengabel, als er sich nun mit Weile kleine Tortenhäppchen vornehm zum Munde führte. Er genoss dabei voll den Anblick seines ehrenhaften Spiegelbildes, schaute bewundernd immer wieder auf und ab an seiner prachtvoll geschmückten Ausgehuniform. Und wie wunderschön sich sein geblähter Mund und seiner Backen ausnahmen, während er sittsam die süßen Häppchen kaute! Ach, was war es für ein unsagbar herrliches Bild, das er da nun bot! Wie schön er doch kaute! Wie smart und gekonnt! Und wie heiter sein praller Adamsapfel doch immer hüpfte, wenn er die süße Speise schluckte! Oh lauer Wonne höchste Lust!
.....Auf diese so angenehme Weise schmauste er nun also langsam und voller Genuss das edle Tortenstück vorm Spiegel auf und genehmigte sich danach glatt noch ein weiteres. Dabei ertappte er sich, wie er immer wieder erst seine prachtvoll dekorierte Heldenbrust bewunderte, um gleich darauf seinen entzückten Blick fast vollautomatisch zu der Brühe in den Stinkeimer gleiten zu lassen...und von dorten dannen zu seiner mit der Öffnung nach oben daliegenden Schirmmütze.
.....Nachdem der schöne Marcel nun das letzte Häpplein Torte des zweiten Stückes runtergeschluckt hatte, griff er zu einer weißen Papierserviette und tupfte sich sittsam die hold geformten Manneslippen ab, den Blick bereits wieder auf das rote, das pampedick volle Plastikeimerle geheftet. Und dann schaute Trottel wieder hin, hin zu der irgendwie wartend aussehenden Mütze. Mit sacht bebender Hand fasste er schließlich nach dem Eimerlein, nach dieser Barke mit der glitschigen Fracht, und hob es hoch. Mit der anderen, ebenfalls leis bebenden Hand ergriff er im Gegenzug sein holdes Mützelein. Gemessenen und würdevollen Schrittes begab er sich mit beidem nach nebenan ins Badezimmer, wo er izt - wieder mit der Öffnung nach oben - sein tolles Schirmmützchen auf den wie stets blitzsauberen weißen Deckel des Klokastens beförderte. Daraufhin brachte er das Eimerlein solange in immer schrägere Haltung, bis...ja, bis die Stinksuppe recht ordinär über den roten Plastikrand des Kübels trat und in reichem Schwall hineinschwappte, voll hinein in die Schüssel des Klos! Dann zog er runter und der braune Spuk wurde von den wie Bergkristall klaren Wassersprudeln epikureisch in die Tiefen der Kanalisation befördert.
.....Nach diesem panlogistischen Akt spülte Marcel am Waschbecken das übel verstunkene Eimerlein sorgfältigst aus und stellte es zurück in die dreckige Ecke unter den Rohren. Er wusch sich die Hände mit der heiter-milden Seife aus Syndetplast und trocknete sie sich an zwei Blatt Küchentuch ab. Zuletzt nahm er seine schöne, seine makelose Schirmmütze vom Klokasten und setzte sie wieder auf. Ohne sie fühlte er sich in der herrlichen Uniform immer ein wenig wie nackt. Aber beim Essen hat der Soldat, der Mensch und Edelmann ja schließlich den Anstand strikt zu wahren und die Mütze ganz selbstverständlich abzunehmen!
.....Im Spiegel über dem Waschbecken entdeckte er ein winziges Stäubchen auf seiner linken Schulterklappe, welches er mit seinem Zeigefingers arrogant in die Luft schnippte. Schmutz auf dieser unwahrscheinlich prachtvollen Uniform war auf gar keinen Fall zu  dulden. Hierin war er extrem penibel!
.....Er ließ ein dezentes Räusperchen, saltierte dreckig grinsend erneut seinem Spiegelbilde zu und griff sich dann das Handy von der Seifenablage der Badewanne, denn es hatte vor einigen Sekunden angefangen zu piepsen.
....."Marcel Trottel...ach, du bist es!...Was, immer noch krank? Gut, ich springe ein. In einer Stunde bin ich da. Klar, ihr könnte euch hundertpro darauf verlassen. Ich bin ein Ehrenmann! Mein Wort gilt! Also bis dann...goodbye!"
.....Mit fliegenden Fahnen eilte er wieder an seinen Kleiderschrank. Dann zog er sich jedoch gemächlich aus. Soviel Zeit musste nämlich sein, damit die überwältigend schöne Ausgehuniform wieder anständig auf ihren Bügel und so weiter kam! Also tat er alles in ihrem Seinszusammenhang stehende mit vornehmster Ruhe. Umso mehr hetzte er aber, als er die smarte Saaldienerlivree anzog. Schließlich - schon im Aufzug nach unten - rutschte ihm prompt vor versammelter Mannschaft die Hose zu Boden: ein Lacherfolg!
.....Vor seinem Wagen blockierte dann ein kleines Kind, ein kleines Ki-hind die Fahrertür.
....."Aber, aber mein Sohn! Wer wird mir denn da so komisch im Wege stehen wollen?"
....."Ich!"
....."Wer bist Du denn, mein Kleiner?"
....."Ich bin der Rudi Pieps!"
....."Sag mal Rudi, hmpff...m Pieps, warum stehste da, warum blockierste mir denn den Einstieg?"
....."Das ist nur Zufall!" Artig trat der kleine Junge zur Seite.
....."Du bist aber ganz, ganz lieb - sag mal, Rudi Pieps, wat kuckste denn so traurich!"
....."Oooch - weil wir alle so arm sind. Und weil meine Eltern so krank sind! Beide haben von der Kälte viele kleine Nassstellen im Gesicht und am Rumpf und trauen sich nicht vor die Tür damit. Jetzt steh ich da und soll meine kleine Schirmmütze den Leuten mit der Öffnung nach oben hinhalten, aber ich trau mich nicht. Ich schäm mich so, wie dumm von mir!"
....."Du, das ist ja eine ganz rührende kleine Geschichte, die du mir da erzählst. Stimmt das denn auch alles?"
....."Großes Indianerehrenwort!", schwor der Kleine ganz niedergedrückt. In seinen Augen schwankten und schwimmerten schon die Tränen, die in der Frühlingssonne wie nasse Diamanten schimmerten.
....."Pass mal auf, mein Kleiner!" Marcel schaute verstohlen nach links und rechts, dann zückte er blitzschnell seine Plastikcard, schob sie dort dicht neben der Hundescheiße in die Ritze zwischen zwei Trottoirsteinen und tippte in das schon ziemlich abgelatschte Schokoladenrippenmuster des Gehsteigsteins die Geheimzahl sowie kurz darauf eine weitere, eine fünfstellige Zahl ein. Sekunden später kam zuerst die Card aus der Ritze im Boden und als er sie entnommen hatte, tauchte aus einer anderen Spalte das Geld.
....."Hier, mein Kleiner: fuffzehn Mille. Jetzt hau flott ab, zeig bloß keinem unterwegs den Zaster und bring ihn schön daheim deinen Alten. Aber pass auf, dass sie die Kohlen nicht versaufen. Gib sie ihnen falls erforderlich nur nach und nach in kleinen Raten. Na los, schwirr ab ...gib Gas!"
.....Mit vor Glück und Dankbarkeit glühenden Äuglein schob sich der Kleine das Geld in die Jacke und schoss davon, wurde noch im Wegrennen unsichtbar, so schnell war er.
....."Flotter Flitzer, der kleine...Rudi Pieps, haha...!"
.....Mit einer überschwenglichen Frühlingsgebärde zupfelte er sich, bevor er weiterging noch ein verirrtes Pollenstäubchen von der herrlichen Jacke seiner Livree. Dann, tat er den einen Schritt, der noch nötig war, um zu seinem Flitzer zu gelangen. Der, eine riesige amerikanische Kiste, glänzte und glitzerte nur so in der grellen Sonne vor lauter geiler Gelecktheit. Der Wagen gemahnte ihn stets aufs Neue an das riesige, bunte Spielzeug eines großen, aber zurückgebliebenen Kindes. Sein Geschmack war eine solche idiotische Protzkiste nun ja beileibe nicht - aber er fuhr eben einfach monumental auf sowas ab. Liebevoll strich er mit den Fingerspitzen über das polierte Dach, bevor er sich darüber beugte und sanft und mit tiefem Gefühl das Blech oberhalb der Tür küsste.
....."Ich liebe dich...! Ich werde dich immer lieben!" Ja, manches Mal redete er tatsächlich mit seinem lieben Gefährt wie mit einem wirklichen Gefährten!
.....Er wollte gerade die Tür öffnen, als sich hinter ihm mit einem Male brüllend der Schlund der Hölle aufzutuen schien. Mit Mordskaracho schoss, so gewahrte er im Umdrehen, schräg von der Seite ein Hündchen, ein riesiger Schäfer, bassartig bellend an herausschießender Leine auf ihn zu - und das Herrchen lamentierend hinterdrein: "Lyriel, nein! Halt...!"
.....Gerade noch rechtzeitig aktivierte sich automatisch um Marcel und seine smarte Protzkiste ein bläulich flimmernder Schutzschirm.
....."Der tut nichts!", rief noch beruhigend das umsichtige Herrchen unserem Hauptdarsteller zu, der aber vor Schreck in diesem Moment beinahe einen Herzstillstand erfuhr, allein nahezu deshalb schon, weil er einen starken Widerwillen gegenüber Hunden besaß. Und da donnerte das Tier auch schon mit viel Gekläff und einem Affentempo in den blauen Schutzschirm hinein. All das hässliche Geräusch, das es gemacht, erstarb noch im selben Augenblick. Die Materie des Viehs lohte grell auf und wurde - transformiert zu einem gestaltlosen Energierest - sofort in den Hyperraum abgeleitet. Der Rest der Hundeleine schnellte flappend in die Halterung des immer noch fassungslos zudrückenden Herrchens zurück, das gerade noch rechtzeitig vor dem trauten Schutzschirm zum Halten kam.
.....Marcel Trottel deutete beruhigend auf die bläulichen Flimmervibrationen des Energieschirmes und sagte mit heiterer Stimme: "Der tut ja nichts!"
.....Ohne sich weiter um irgendwas zu kümmern stieg Marcel schließlich in seinen Renner und der setzte, da alle Gefahr vorbei, selbsttätig den transparenten Flimmerschirm wieder außer Kraft.    Die Fahrt zum Bundestagsgebäude verlief äußerst ereignislos, wenn man von dem Verkehrsstau unterwegs absah, der entstanden war, weil es, wie das Radio soeben meldete, vor wenigen Minuten ganz in der Nähe eine UFO-Landung gegeben hatte. Es gelang ihm jedoch rechtzeitig zu wenden und den Stau zu umfahren, bevor es hier dick wie Milchsuppe wurde. In der Ferne, zwischen den rotierenden Blau- und Orangelichtern der staulichen Fahrzeuge, sah er für zwei Sekunden die leuchtende Wölbung des fremden Schiffes sowie blau glühende Gestalten, die mit ominösen Bewegungen eine Art Gangway herab kamen. Trottel fiel es gar nicht ein, sich mit sowas aufzuhalten, solchen Käse kannte man ja schon zur Genüge aus Tausend Filmen und Fernsehserien!
.....Eine Viertelstunde später trat er bereits für seinen Kollegen den Aushilfsdienst als Saaldiener im Deutschen Bundestag an. Dort war immer eine ganze Menge los! In der großen Kantine ging es stets recht lustig her. So auch jetzt! Im Kreis tanzten etwa vierzig Abgeordnete beiderlei Geschlechts einträchtig mit dem Bedienungspersonal zu Liedern der Kastelruther Spatzen. Die Arme links und rechts je auf den Schultern des Nebenmannes oder der Nebenfrau bildeten sie einen großen lachenden Kreis. In der Mitte tanzten drei Minister der Bundesregierung, ein führendes Mitglied der großen Oppositionspartei und ein Abgeordneter der Kommunistischen Partei miteinander Ringelreihen. Im Rhythmus der Musik warfen diejenigen im äußeren, im großen Kreise jeweils abwechselnd das eine und das andere Bein ganz hoch, so hoch es irgend nur ging. Immer wenn einige aus dem Rhythmus gerieten, brandete gerade in solchen Momenten das Gelächter besonders schrill und laut auf und die Stimmung hob sich noch mehr.
.....Starke Alkoholwehen drangen von den Tanzenden auf Marcel ein. Er stellte sich zu einigen weiteren Mitgliedern des Bundestages, die vom Rande aus zusahen und klatschte mit ihnen froh und heiter im Rhythmus mit. Der Schampus sprudelte dazu im Strömen. Gerade als er so richtig schön in Stimmung war, tippte ihm einer von hinten auf die Schulter, deutete auf die große Kantinenuhr und grunzte ihm lustig ins Ohr: "Die Kantinenuhr ist ein Staatssymbol geschmacklich teurer...Befriedigung - doch eine rein vortreffliche Livree ist ein...Staatssymbol für das geduldige Rotieren und Geben im fröhlichen...Redestreit! - Sie sind dran, mein lieber ...Trottel."
....."Wollwoll...beinah vergessen! Ich komm...!"
.....Marcel verließ die fröhliche Runde und jagte heiteren Sinnes über die Treppe hinab und an seinen Kollegen vorbei durch die weit offen stehende Tür in den Plenarsaal. Schon erscholl aus den Lautsprechern die Stimme des Bundestagspräsidenten: "Und jetzt ...es spricht Marcel Trottel, Saaldiener! Bitte schön, Herr Trottel!"
.....Der Angekündigte schritt randvoll mit ausgesuchtester und erlesenster Würde zum Rednerpult. Er ließ den Blick großzügig über das zu dieser fortgeschrittenen Morgenzeit mit immerhin gut vier fünftel aller Abgeordneten ge füllte Schwimmbecken gleiten. Fröhlich planschten sie durch die künstlich aufgelockerten hellblauen Fluten. Die Herren in bunten, heiter anmutenden Badehosen und -kappen. "Die Damen, bei deren Bademoden", so schrieb darüber eine Zeitung, "wir es leider noch immer sehr häufig mit biederer Konvention zu tun haben, `erfreuten´ den Betrachter wieder einmal überwiegend durch das öde, schlichte Dunkelblau ihrer hochkonservativen Badeanzüge und Bikinis."
.....Marcel nickte zum Bundeskanzler hinüber, der, von seinen Ministern umringt, einen Badeball der Marke Nivea in Händen hielt und dessen Lippen schon ganz blau waren - er schien bereits lange im Wasser zu sein. Der mächtigste Mann der Republik erwiderte den Gruß durch ein freundliches Aufleuchten in seinen hellblauen Augen.
.....Marcel räusperte sich.
....."Liebe Badende und Badenden. Wieder einmal scheint in unserem hohen Lande alles ins Wasser gefallen zu sein: zum Beispiel das Soziale...", - Applaus von der Opposition, "die Wirtschaft...", - Applaus von den Regierungsschwimmern, "die Gesundheit...", - Soloapplaus des Gesundheitsministers, "auch das Badesalz!" Er deutete hierbei auf den knallgelben Sack mit der angesprochenen Sache, der soeben zehn Meter weiter südlich vor der Wasserstraße auf den Grund des Beckens sank wie ein landendes Raumschiff. "Es wird Zeit", fuhr Trottel trocken fort, "dass wir nicht immer nur schwimmen, sondern, wenn der Ernst der Lage es erfordert, auch einmal kräftig strampeln, kraulen oder sogar hechten!"
....."Herr Saaldiener, gestatten Sie eine Zwischenfrage des Abgeordneten Brummel?"
....."Wenn dadurch nichts von meiner Lebenszeit abgezockt wird."
....."Selbstverständlich nicht!"
.....Marcel nickte dem Abgeordneten, um den es ging, zu und sagte knapp: "Dann ja..."
.....Der dicke Brummel warf schnell einen knallbunten Wasserball auf den Saaldiener zu. Geschickt fing Marcel das Teil auf und versetzte ihm gleich darauf einen derart dralligen Schlag, dass die luftgefüllte Sache in einer engen, kurzen Seitenkurve davonrauschte und dem Finanzminister an die Birne knallte. Dessen Akte löste sich - und schon tanzten die einzelnen Blätter lieblich und heiter auf den bewegten Wellen der Innenpolitik. Dem Minister und Meister der Hochfinanz aber schwanden leicht die Sinne und Wasser schlürfte ein wie Atem er.
....."Quää-hähähä...quiee...gecker...quää-hähähä!", erscholl es da von der Mitten des Beckens her. Das muntere Tönen kam von Flipper, Flipper, dem Freund aller Kinder! Eitel drehte der Fisch herbei und beruhigte neckisch die Aktenlage. Den wassersprotzenden Finanzminister zerrelte er zart am Badehosenboden zur seichter werdenden Seite an den Rand, wo er sich schließlich hustend einige Sekunden festhielt, bevor er noch immer leicht benommen, aber doch glücklich die zerknätschten Akten mit dem Bundeshaushalt aus den hilfreichen Flossen des Delphins entgegennahm. Heiteren Sinnes drückte er sich den triefenden Knätsch dankbar zuerst an die Heldenbrust - und dann an die Stirn. Marcel aber lachte und rief: "Sie wissen, ich kann manchmal ein richtiger Satan sein, haha, - und unser lieber Brummel hier auch, hahaha...!", - Jubel höchster Heiterkeit scholl ihm da dankbar vom Becken entgegen. Das Gegröle all der Volksvertreter hallte als traulich-dumpfer Dröhn an die von Meereswogen und dramatisch bewegter Luft umtosten Gestrade seines Halbschwellenbewusstseins und schuf das rechte Panorama, vor dem er sich optimal in die Abgründe einer ebenso erquickenden wie schwülen Autosuggestion versetzen konnte, welche passenderweise auf seinem Programm nun stand.
.....Rings um ihn stieg nach oben in lichte Höhen all der bunte Badetrudel davon, wobei zunächst allein der Abgeordnetenbrüll eine Weile im Hintergrunde verblieb, dabei aber beständig dumpfer und dumper werdend. Immer tiefer ließ sich Marcel in seine von der Selbsthypnose eröffneten Privatseelenräume sinken, bis zuletzt selbst der letzte Säusel Politgelabbers versank. Und dem edlen Herre verblieb endlich nur die süße Einsamkeitsstille seiner hintuntersten Seelenstube, die mit all den geschmacklosen Teenieband-Postern an den Wänden verdächtig seinem Wohnzimmer zu Hause ähnelte. Das ohnehin schon riesige Regal - von oben bis unten bestückt mit Esoterik-Literatur - war auch da, wirkte hier aber geradezu monströs aufgeblasen. Die Werke von Eberhard F. Freitag, L. Ron Hubbard, Erich von Däniken und all den anderen großen Weltmystikern standen fett und satt darauf wie aufgegangene Kuchen. Und unter ihnen mitten in der Mitte, dort prangte und ragte und reckte sie sich stölz mit geradezu allgewaltiger Aufgeblasenheit: die Bibel - eitel mit Goldkladden verziert als wie mit metallenen Sahnehäubchen.
.....Die beiden Priester, die in der Nähe des aufgedunsenen Körpers der Zentralheizung standen, winkten ihn mit gewohnt freundlichen Gebärden zu sich heran. Er trat schweigend, doch lächelnd zu ihnen und sie hüllten ihn in ein gleiches jener feierlichen Messgewänder, das auch sie trugen. Gemessener Schritte wandten sie sich nach draußen und traten zu den Wolken hin, wo bereits viele andere Brüder ihrer heiligen Tracht warteten. Als hoch über ihnen die Glocken feierlich erschollen, begannen sie die lichten Wolkenstufen mit huldvollen Schritten emporzuschreiten. Festlich umwallte sie das herrliche weiße Nebelwehen. Von den Seiten her gesellten sich allmählich immer mehr Brüder zu ihnen und weiter oben schließlich die ersten Bischöfe. Mehr und mehr wurden sie und wandelten gemeinsam über die lichten, wehenden Stufen weiter hinauf. Licht gleißte wie goldenes Öl über bald schon Abertausende von Bischofsstäben, die die Nebel wie Schwerter teilten und wie Speerspitzen nach oben wiesen. Marcel und seine Brüder der Tracht, sie alle erreichten schließlich voller Glück jene himmlische Stufe, auf der schließlich die Kardinäle sie mit den ausgebreiteten Armen der Liebe empfingen. Hier nun war eine Höhe erreicht, von der ab es kein Wolkentreppensteigen mehr gab - von hier aus schwebten sie einfach nur noch aufwärts, schwebten empor in immer herrlichere Räume aus weihrauchduftendem, aus mildem, aus strahlend weißem Wolkendunste.
.....Unsichtbares, zartes Flügelflattern schien hier beständig die Lichtdimension aufzuwirbeln. Dünn und schön war die Luft, immer dünner und schöner wurde sie noch.
.....Schließlich, von wallenden Lichterwogen umspült, ragte ER machtvoll vor ihnen auf wie die Liebe selbst: der Papst! Freundlich empfing er sie, sprach mit ihnen mild und leis. Er führte sie, fasste jeden einzelnen der Unzähligen sanft am Arme und murmelte heilig. Er nahm ihnen heischend die Beichte ab und segnete sie. Öffnete ihnen die Türen und sandte all die Erhöhten in noch höhere, in die höchsten, höchsten Räume.
.....Auch Marcel eröffnete er nach heiligem Gespräche, nach Beichte und Segen eine der ewigen Türen und entließ ihn daraufhin freundlich dorten hindurch nach oben, wo er schließlich aus der Autosuggestion ordnungsgemäß erwachte.
.....Als er dann wieder so richtig bei sich war, ließen er und sein Freund Django toll die Gläser mit dem Chianti sachte aneinander klingen. Die letzten Fetzen der Selbsthypnose schwanden hierbei.
.....Die Pizza war ihnen schon vor seinem Einstieg in die Trance gebracht worden und sie drohte bereits eindringlich zu erkalten.
.....Wie auf irgendein mysteriöses Zeichen hin begannen sie nun unisono in den Mampf reinzuhauen. Django war so höflich gewesen und hatte die ein, zwei Minuten mit dem Essen gewartet, die die Autosuggestion gedauert hatte, und die sich Marcel doch immer so gerne als Aperitifersatz vor dem Essen zuzuführen pflegte, da sie ihm stets gewaltig den Appetit anregte. So auch nun.
.....Mit den Gabeln manschten sie feixend in ihrer Riesenpizza herum. Wenn sich der Knatsch so richtig schön zog, bekamen sie immer richtig irr tolle Lachanfälle. Wie auf irgendein Zeichen hin hob jeder von ihnen die eigne edel im Licht schimmernde Seidenkrawatte nach vorne über die fettige Pizza und schwenkten sie dicht darüber, so dass die Enden wirklich knappest über dem glänzigen, fetten Knatsch wedelten. Django und Marcel lachten sich dabei beinahe kaputt und schüttelten sich so sehr, dass ihnen um ein Haar die sündteuren Seidenbinder aus dem Kongo tatsächlich doch noch auf den Käseschmarr gesunken wären. Aber sie besannen sich rechtzeitig und brachten ihre guten Stücke unbeschadet wieder aus dem Gefahrenbereich. Dafür fingen sie nun an, sich gegenseitig mit Käseschmalz und Oliven zu bewerfen. Geschickt fingen sie die flotten Teile mit dem Munde auf. Keinerlei Fettfleck entstand ihnen also: weder auf den sündteuren Börsenmakler-Sommeranzügen, noch auf den eitlen Schlipsen, noch auf den Hemden aus Italien, dem Land des ewigen Stiefels.
.....Schließlich schleuderten sie die erst halb aufgegessene Pizza schlicht auf den Boden. Mit sattem Schmatzen landete der olle Knutsch auf dem weißen Plattenklinker der Terrasse.
.....Oben leuchtete romantisch der Sommermond. Die Grillen zirpten. Die Sterne blinkten. Noch einmal ließen die Freunde die Gläser klirren. Smart netzte der Chianti ihnen Lippen und Gaumen.
.....Dannen erhoben sich die beiden Männer und traten ans Geländer. Django legte Marcel den Arm über die Schulter und gemeinsam beschauten sie den Vollmond, der den weiten Waldpark in freundlichen Brauntönen ausleuchtete. Wie sie so dastanden glichen sie glatt den beiden in Betrachtung des Mondes versunkenen Gestalten auf jenem bekannten Gemälde von Caspar David Friedrich. Nur die Anzüge, die Django und Marcel trugen, waren definitiv schickgeiler. Und was dem Gemälde zu entklingen schien, war eindeutig um Klassen weniger renitent, als das, was an Sound zehn Meter weiter südlich aus der breiten, weit offenen Terassentür der Hoteldisco donnerte.
.....Ein wahres Naturwunder, wie sich die lieben Grillen durch diesen Dröhn durchzukämpfen verstanden! Yes Sir, I can zirpy, la la la la la-la-la...!
.....Django Toll und Marcel Trottel vernahmen durch all dies hindurch nun zu allem dazu ein sehr mysteriöses Geräusch. Sie drehten sich um. Dort stand der schicke, würdige und stämmige Herr Ober! Er hielt den mittlerweile einen Meter langen Pizza-Schlaunz hoch, - sehr, sehr hoch! Das Geräusch, das sie eben so deutlich vernommen hatten, war das Schmatzen der italienischen Speise gewesen, mit dem sich diese vom Klinkerboden gelöst hatte. Jetzt stand der Kellner mit dem langen, weit in die Höhe gehobenen Flatsch da und lächelte seine eleganten Gäste süßlich an. Diese fassten sich angetan an die teuren Schlipse und lächelten freundlich zurück. Der Kellner blickte nun ein paarmal abwechselnd auf den fettigen Zieh in seiner Hand und dann auf die beiden feinen Herren in den schwerteuren Anzügen. Er beschaute sich erst ausgiebig den schmierigen, langen Glänz in seiner hocherhobenen Rechten und dann wieder die in kostbarste und makelloseste Klamotten gehüllten feinen Herren. Von oben bis unten musterte der würdige Ober den lätschigen, den ellenlangen Teiglump in seiner Hand - und daraufhin wieder die edlen Herren, die so unendlich sündteuer, so ursittlich und so seelenrein gewandet waren, dass es fast schon nicht mehr zum Aushalten war.
.....Dann, mit einem Mal schleuderte der Herr Ober den fettigen Flaz lachend gegen die Hauswand! Dort klebte er nun, der alte Pizzaglätsch! Die vornehmen drei Herren beugten sich vor Lachen nieder, als sie den öligen Bläh dort wie ein zernudeltes Hemd hängen sahen, welches gewiss auch schon einmal bessere Zeiten gesehen hatte.
.....Da es nun droht, dass der Leser bei dieser Sorte Hirngymnastik womöglich nicht mehr recht mitkommt, hören wir hier jetzt großzügig auf.

ENDE

(1996)

Original-Titelbild des
ZERO ZOXX-AutorenSolos
von 1996

Original-Rückseite des
ZERO ZOXX-AutorenSolos
von 1996

WETTERLEUCHTEN UM EIN ZERNUDELTES HEMD
ERSTVERÖFFENTLICHUNG 1996 als ZERO ZOXX AutorenSolo
© 1996/2002 by Diego de Monte, ZERO ZOXX INTERNATIONAL
und Babel Verlag, Geisterstadt.

E-Mail: zzi@zerozoxxinternational.com

Die Seite wurde 2002 eingerichtet.
Erste Aktualisierung: 2.Februar 2008.

Eine weitere Story
von Diego de Monte:
CYBERFUCK