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ZERO ZOXX INTERNATIONAL
präsentiert Teil 3 der SANKT MILLENREUTH TRILOGIE
Original Titel-Schriftzug aus dem Manuskript
Sammy Tornado
Sankt Millenreuther Freundschafts-Elegie

(Hölderlin:)
Wenn aus dem Himmel hellere Wonne sich
. . . Herabgießt, eine Freude den Menschen kommt,
. . . . . . Daß sie sich wundern über manches
. . . . . . . . . Sichtbares, Höheres, Angenehmes:

Sie waren so zu, dass es ihnen zeitweise vorkam, als bretterten sie über eine Blümchentapete und nicht über eine überfüllte Autobahn.
. . . Spenzer, der lässig an seinen Porsche gelehnt schon auf sie wartete, musste laut loslachen, als er die Drei auf den Parkplatz einbiegen sah. Ihr "Fahrstil" ließ ahnen, dass sie ganz ordentlich was gepafft hatten, möglicherweise hatten sie dazu auch noch ein paar Bierchen eingepfiffen. Sie parkten immerhin so elegant, dass die Maschinen und der Porsche eine Art Ring bildeten, einen feinen intimen Wall für ihr heiliges Treffen. Die drei Herren vom MC Sankt Millenreuth stiegen wonnevoll von ihren schwer verdreckten Harleys, nahmen ihre abenteuerlich verzierten und bebrushten Helme ab und zogen die Handschuhe aus. Sie legten sie weihevoll auf den Maschinen ab.
. . . "Hallo, Beinahe-Maskottchen!", begrüßte Joe ihren Sonderkumpel Spenzer als erster. Die beiden patschten die hocherhobenen Hände zusammen. "Tagchen, Joe! Tag, Wucker!" Erneutes Handsgepatsche erklang mannhaft stark.
. . . "Na Spenzman? Alles klar? Unser lieber dreckiger Presi hier hat sich entschieden, Du darfst dich schon freuen, Junge!"
. . . "Nana, Wucker, lass mich das mal selbst verkünden! Tagchen auch, Spencer. Also...", die beiden schüttelten sich die Hände, "tja, er hat recht, ich hab mich - höcks! - entschieden!"
. . . "Du meinst, ich...?"
. . . "Genau, Sonderkumpel! Du bist ja nun schon länger - hicks! - unser Freund und außerdem so was wie 'n Glücksbringer für uns. Mitglied beim MC kannst du als Porsche-Fuzzi ja nicht werden, also hab ich hochherrschaftlich beschlossen, dich zum offiziellen Maskottchen des Vereins zu erheben - was immer für ein Mistgliedsstatus das auch - Hicks! - sein soll! Ach ja ... die Initiierung findet übrigens jetzt gleich hier und sofort statt! So - mach den Mund wieder zu, Junge!"
. . . Spenzer war in der Tat einen Moment lang ganz sprachlos vor Rührung und Überraschung. Joe hatte am Handy ja schon so Andeutungen gemacht, aber jetzt war er doch ziemlich platt.
. . . "Hast du wie vorhin besprochen die Starkbiere besorgt?"
. . . "Äh, ja Joe, na klar! - Hey Mann, ihr könnt einen aber echt voll überraschen!" Er sperrte den Kofferraum auf, darinnen der Kasten mit den Bieren ihrer Trinklust munter harrte. Er kapselte vier Flaschen auf und reichte drei den Freunden. Dann stieß er mit ihnen an, gerade so, dass die Flaschen nicht platzten. Lustig ölten sie sich die Gurgeln.
. . . Der riesige bierb?uchige Presi mit dem h?bschen Namen Spiritus deutete mit schmutzigem Zeigefinger auf Spenzer und grunzte vergn?gt: "Na, wie ich - hick! - seh', hast du dich intuitiv dem Anlass entsprechend goldrichtig rausgeputzt!"
. . . "Anlass ist gut!", lachte Wuckerman, "Unser Bubi läuft doch immer so würdevoll im Sonntagsstaat rum, nicht wahr?" Er griff dabei Spenzer an die smarte roséfarbene Blümchenkrawatte, die vortrefflich zu seinem schönen dreiteiligen Anzug passte, und ruckelte sanft an ihr. Ach, sie harmonierte wirklich wunderschön mit dem feinen sattbraunen Anzug, dessen smarte Nadelstreifen ebenfalls roséfarben waren.
. . . "Nein wirklich wahr, was ein edles Stöffchen - hicks! Da, fühlt nur mal!", grunzte der stinkende Presi und rieb sanft mit seinen schmutzigen Fingern prüfend die Revers von Spenzers edlem Anzugjackett. Der elegante Anzugmann kam sich dabei ganz leicht aber durchaus freundschaftlich wie ein Trottel behandelt vor.
. . . "Na, ürps?", rülpste Spiritus, als Joe und Wuckerman seiner Aufforderung nachkamen und nun ebenfalls da und dort fühlend an Spenzers feinem Anzug rumfummelten, "das ist doch was ganz anderes als unsere stinkigen Lederjacken mit den vor Dreck starrenden Jeanskutten drüber - hicks! - hähä!" - Das kannste laut sagen, Chef!", rief Joe, "dies Stöfflein fühlt sich wahrlich edel an!"
. . . Spenzer ließ sie grinsend gewähren. Wuckerman pflaumte ihm das elegante Anzugjackett auf und tastete jetzt auch noch recht wüst an dem feinen Westchen herum, zog ihm dabei die goldene Uhr kurz aus der Tasche und ließ sie dann sanft wieder hineingleiten, während der Presi jetzt mit zwei Fingern oben in die Weste griff, sie vulgär nach vorn zog und neugierig die schöne Krawatte dahinter zur Länge nach unten studierte, dass es nur so eine Wohltat war.
. . . "Seht nur, Leute! So ein hübsches Einstecktuch! Genau dasselbe erhebende Muster und Material wie seine so köstlich glänzende Krawatte. Ach, all diese wunderhübschen Blümchen auf rosa Grund! Entzückend!" - Joe hatte es dem Armen schnöde aus der Brusttasche gezogen und hielt es nun ausgebreitet zum Quadrat an zwei Ecken hoch, während der Presi ihm die Krawatte sanft aus der nach vorn gezogenen Weste hob und sie neckisch wie ein Weihnachtsglöcklein schüttelte. Zu allem Peinlichen dazu musste Spenzer nun auch noch erleben, wie Joe ihm einfach den Hosenschlitz aufratschte, um ihm hochgradigst vulgär einen Hemdzipfel dort raus zu ziehen. Dabei dunstete und rülpste ihm mal der eine, mal der andere MC'ler seinen schwülen Bieratem ins Gesicht. Spenzer hatte bald den Eindruck, dass wirklich keines seiner schicken Kleidungsstücke mehr ihm auch nur annähernd noch richtig am Leib saß, alles schien ihm von hier nach dort gezogen zu werden und umgekehrt; dabei gingen die Freunde zum Glück alles andere als grob zu Werke, sie verfuhren vielmehr in einer ansprechend hübschen Art von sehr respektvoller Sanftheit. Spenzer genoss aber auch besonders den allerhand schönen Humor, mit dem sie ihre milden Schandtaten so reichlich würzten.
. . . "Freunde, ich bitte euch, ihr verzieht mir ja den ganzen Anzug so wonnevoll! Soll ich denn in so einem zerrauften Zustand euer Maskottchen werden?"
. . . Sie hielten tatsächlich inne und Spiritus rülpste: "Örps! Hast ja recht! Wo verdammt sind unsere Manieren geblieben - hick! Jungs, machen wir ihn wieder schick, örlps!" Und ebenso sanft, wie sie ihm die vornehme Klamotte durcheinandergewurstelt hatten, zogen sie ihm nun alles tunlichst wieder schön glatt und gerade. Spenzer schüttelte dabei grinsend den Kopf. Zuletzt stand der Junge tatsächlich genau so hübsch adrett und korrekt gewandet vor ihnen wie zu Beginn. Auch die feine Krawatte saß perfekt und selbst das schöne Einstecktuch hatte so elegant wie vorher drapiert wieder hübsch säuberlich in seiner Brusttasche Platz genommen. "Uff!", atmete Spenzer erleichtert auf.
. . . "Jetzt siehste wieder so schön würdevoll wie vorher aus, Kerl, hatteste schon Angst um dein tolles Angeber-Outfit, was?"
. . . "Mitnichten, Wuckerman! Euren höchst behutsamen Händen vertraue ich doch jederzeit jeden meiner teuren Anzüge gerne und mit größtem Wohlgefallen an."
. . . "Auch wenn unsre Pratzen so ungewaschen sind?", meinte Joe lachend und hielt sie ihm hin!
. . . "So schön ungewaschen wie deine patchbewehrte Jeanskutte, was?", entgegnete Spenzer lachend und legte ihm eine Hand auf die Schulter und somit auf das erwähnte Jeanswestchen, das betörend stinkende, erhebende. "Gerade dann darfst du mir besonders heftig übern Anzug streichen!"
. . . "Genug, Freunde, der Höf-hicks!-lichkeiten - roaahrps! - Verzeihung! - sind genug getauscht! Lasst uns noch mal anstoßen und dann ohne Umschweife die feierliche Zere-ärps!-monie beginnen!"
. . . "Ja!" - "Machen wir!", stimmten Joe und Wuckerman zu und Spenzers Gesicht leuchtete voller Stolz, Erwartung und Neugier. Die Vier ließen ihre Flaschen erneut heftigst aneinanderklirren, dann stellten sie sie auf dem blitzblank blinkenden Dach des orangefarbenen Porsche ab.
. . . "Fangen - rölps! - wir an, Jungs!" Die drei MC'ler schritten jeder zu seiner Maschine und öffneten hinten die großen neuen Tornister, jene, die Spenzer nun auch schon kannte und die zu hundert Prozent erschütterungsabsorbierend waren, wie nicht nur die Herstellerfirma versprach, sondern mittlerweile auch die Erfahrung bestätigte.
. . . Was nun unter jeder der drei aufklappenden Hauben zum Vorschein kam, das ließ Spenzer ganz schön feierlich bang ums Herz werden. Er pfiff vor Anerkennung und gleichzeitig vor Überraschung einen hübschen bogenförmigen Pfiff. Ergriffen trat er an Joes Harley heran und schaute in den aufgeklappten Tornister. Wie bei den anderen beiden, so stand auch hier eine große, prächtige Torte drin - und jede dieser drei klebrig glänzenden Torten waren kunstvollst verziert, wahre Meisterwerke der Konditorkunst!
. . . "Mann, sind die schön!", hauchte Spenzer rauh. "Und wie lecker die aussehen!"
. . . "Jaja", lachte der Presi und rülpste doppelt so laut als die Male zuvor: "Örps!", bevor er hinzufügte: "Wichtig ist aber, dass sie schön schmierig sind und saftig und klebrig! - Örps! - Joe, fang du mal an!"
. . . "Yes, Sir!" Joe nahm die Torte aus dem Rückfach seiner Harley, schloss behutsam die Tornisterhaube und schritt grinsend auf Spenzer zu, Er blieb erhebend vor ihm stehen und sah ihm lächelnd ins markant-hübsche Angesicht. Spenzer blickte ergriffen und voller Cleverness auf die herrliche Torte. Ohne den Blick von Spenzers Angesicht zu wenden sowie mit ausgesprochener Vorfreude im Gesicht sagte Joe nach hinten zu Spiritus: "Boss, hast du deinen Partyteller parat?" Der Presi war mit einem flotten Schritt bei ihnen und hielt den Pappteller in die Höhe: "Rülps! - Hier isser!"
. . . Dem armen Spencer ward da in vager Vorahnung auf einmal ganz mulmig. Er fasste sich ein Herz und frug: "Eine sehr klebrige Torte? Ein netter Partyteller? Was soll das werden, was - ömpft...?!" Für letzteren würdelos hervorgestoßenen Laut war die fette Torte verantwortlich, die ihm Joe ohne jede Vorwarnung schnöde ins edle Antlitz gepatscht hatte. Er fühlte sekundenlang nur dem nassen, kühlen Dunkel nach, das ihm wie eine schwarze Sonne aufm Gesicht pappte und hörte dann etwas sanft auf seine feinen italienischen Schuhe niederklatschen. Es war wohl der Pappboden der Torte gewesen, der ihm vom dick im Gesichte klebenden Tortenmatsch abgeschmiert sein musste! Oh, dieser klebrige, dieser glitschige Tortenmatsch! Scher lastete er ihm auf der Brust und auf der cleveren Föhnfrisur, dick hatte er ihn im Angesicht und köstlich randvoll davon den Mund! Süß und hold und sanft sank immer mehr das Gefühl von vollendeter Peinlichkeit über ihm hernieder und das Herz ging ihm auf vor lauter Blamage.
. . . Würdevoll hob er die Hände, wischte sich das Gesicht von oben nach unten frei und spuckte zugleich einen ganzen Schwall Tortenbrei wie Kotze aus. Da gewahrte er, dass man ihm des Presis Pappteller peinlicherweise offenbar schon die ganze Zeit direkt unters Gesicht gehalten hatte! Was er sich abgewischt und was er zuletzt ausgespieen, das war als unordentlich verwurstelter Breimatsch auf dem Teller gelandet! Ein weißer Plastiklöffel wurde nun zu Spenzers Verblüffung dazugelegt und dann das ganze an Spiritus weitergereicht.
. . . "Jetzt deine Torte, Wucker!", sagte Joe grinsend. Er genoss aufs Höchste den wonnevollen Anblick, den Spenzer bot. Perplex und voll bedröppelt stand der da, mit voll bekleckstem Anzug und schnöd beschmiertem Haupt. Ungläubig sah er auf den Teller in Presis Hand mit dem abgewischten ausgespuckten Tortenhaufen! Man hatte ihm also diese Fette nur zu dem einen Zweck ins Gesicht gepatscht, um Presis Teller mit diesem lächerlichen Tortenmatsch zu füllen! O Schmach! O Schande! Welch Erniedrigung! Und Presi stand feixend mit dem Teller da und rülpste: "Na Spenzi, da - örpst! - staunste, was?!"
. . . "Haha, Spenzi, schau mal!", hörte Spenzer da Joes Stimme, die von mildem Hohne nur so triefte: Er wandte ihm den Blick zu und sah Joe, der ihn mit vor Freude juxendem Gesicht ansah und ihm jetzt Wuckermans prachtvolle Torte präsentierte.
. . . "Joe, du wirst doch nicht...?" Aber Joe nickte nur in zartem Bedauern, das ebenso heiter war wie zart. "Ooo doch, mein Lieber, ich werde!"
. . . Spenzer wies auf sich und seinen bekleisterten Zustand und bat den Freund nochmals inständig: "Aber Joe, mein lieber Freund, sieh, du hast mir doch schon das Gesicht so toll beschmiert und mir den Anzug so schön ruiniert, ja mich so rundherum und wunderbar blamiert! Du wirst mir doch nicht noch auch diese wunderhübsche, diese so köstlich reich verzierte und klebrige Torte...???!" - PATSCH! machte es nur, da pappte ihm auch dieses erhebende konditorische Meisterwerk bereits humorvoll in der Visage! Ab rutschte lustig auch dieser Tortendeckel wieder runter auf die teuren Schuhe, Unsagbar heiter das, was nun zum Vorschein kam! Unförmig dick verkleistert war der arme Spenzer nun um Haupt und Hals! Die süßen Massen stauten nach oben sich auf seiner Brust, während nach unten über den so plump herabgewürdigten Anzug sich lustig die glitschigen Kleckerbahnen abwärts zogen und alles ihm gesprenkelt und bespritzt von Sahne war, slap-slap!
. . . Der edle Anzugmann ahnte wohl nur allzu deutlich in welch süßes Elend ihm die Gestalt getaucht nun war. Er hörte seine drei Freunde vor Lachen nur so wiehern. Dann vernahm er Joes muntere Stimme: "Schnell den Teller! Er wischt sich gleich die Fresse ab!"
. . . Spenzer wollte ihnen die Freude gerne machen. Sehr, sehr würdevoll hob er also die Hände zur Stirn, tauchte mit den Fingern satt in die weichen Matschmassen und wischte dann den süßen Dreck in dicken Fladen nach unten. Als er wieder sehen konnte, gewahrte er den bereits halbvollen Teller, den Joe ihm noch immer unters Gesicht hielt. Joe sah ihn erwartungsvoll an. Spontan stieß Spenzer einen üppigen Schwall Tortensabber aus dem vollen Mund aus. Die glitschige Soße plätscherte lustig über die Matschflezen auf dem Teller. Das Löffelchen noch dazugelegt und auch Wuckermans Portion war fertig! Der nahm den Sudelteller hübsch artig grinsend an sich, den Joe ihm nun feinsinnig reichte.
. . . Spenzer in seinem edlen Anzug aber breitete die Arme aus und blickte voller Peinlichkeit und Scham an sich herab. Ach, liebster, böser Joe, was hast du nur mit meinem schönen Anzug angestellt! Dass auf der modischen Frisur mir dick die Pampe klebt, dass mein Antlitz mir von süßer, feuchter Schmiere glänzt und eingepackt der Hals mir ist in erhebend süßem Matsch ... all dies wäre ja leicht zu ertragen im Vergleich zum Jammerbild, das mir nun mein feiner Anzug bietet! Doch selbst diese bittersüße Schmach ist noch sehr wenig, wenn ich bedenke, dass all dies einziglich geschah, nur um zum kruden Scherze je einen Partyteller für Wucker und Spiritus mit von meinem Gesichte gewischten Tortenmatsch zu füllen, den ich zuletzt auch noch mit Tortenkotz besabbern musste! Zum reinen Scherz und zum Hohn mir und meinem schönen Anzug! Ach, welche Schmach du, liebster Joe, mir doch mit dieser leckeren Tortur bereitetest! Mir ist, als müsse ich schier in einem Riesenplastiknapf von süßer Peinlichkeit versinken!
. . . Aus diesen milden Betrachtungen wurde er sanft geholt, da Joe augenzwinkernd, doch mit sensibel leiser Stimme sagte: "Ich sehe, du genießt in vollen Zügen deine smarte Kuttentaufe. Peinlich, peinlich, was? Nun denn, lass uns feierlich zur Füllung auch noch meines Tellerleins schreiten! Möge dir auch noch diese dritte und letzte Torte in Würde und in heroischer Tapferkeit eitel munden! Bist du bereit?"
. . . Da klang etwas selig-süßes wonnig auf in Spenzers Seele! Er ließ dies ganze holde Gefühl der allerhöchsten Peinlichkeit sich lustvoll in die Seele sinken, dass sie ihm nun tatsächlich wurde wie ein schier übervoller Fettnapf komödiantischer Erhebung. Ach, wie er sich plötzlich auf diese saftige Torte freute! Ein breites süß-vulgäres Grinsen zierte plötzlich sein beschmiertes Angesicht wie Sonnenschein.
. . . "Nun patsch mir das schöne fettige Dings doch endlich wonnevoll in die Visage, Joe, und lass uns lustig deinen Teller füllen, auf dass es dir richtig schmecke! Ich - Bmpft-mm-mm!" Weiter als bis zu diesem abschließenden Etwas einer Äußerung kam Freund Spenzer nicht, da ihm nun auch diese satte Torte munter die Rede verschlug. Und schon fühlte er stolz, wie der pappne Tortenboden vorn an ihm herabsank! Hauchzart landete er ihm wieder auf den schicken Schuhen, seufz!
. . . Hellauf mussten die drei Biker vom MC Sankt Millenreuth lachten und wiehern, als sie sahen, welch wohltuendes Bild Spenzer nun abgab, hihihi, es hähähä, es spottete einfach, hohoho, jeder Beschrei-hei-bung, hahahaha! Nein, so etwas Köstliches, haha! Diese göttliche Blamage! Hähähä, dieses Ferkel! Hehehehe, sieht der guuuut aus, haha! Hihihi, jetzt hält ihm Joe seinen Teller unters Gesicht, hohoho! Er sagts ihm, und jetzt, hähähä, und jetzt, o-hohoho: Jetzt wischt er sich erhebend die Visage mit den Händen ab, hahaha, und der ganze schlammige Schmäh landet schön locker und weich auf Joes Teller, hehehe, - na, wie wird das wohl schmecken, hihi? Pfffft, jetzt, höhöhö, spotzt er ihm auch noch alles was er in den, hähä, Backen hat breit sprudelnd vor Lachen hinterdrein aufs Tellerlein, hihihihi, wie köstlich! Als Joe seinen auf diese Weise wohlge-hehehe-füllten Teller unter Spenzers Gesicht fortnimmt, schaut dieser in genüsslichsten Heiterkeitsausbrüchen an sich und seiner total beknackt blamierten Angeberklamotte herab; zugleich beginnen die drei MC'ler sich munter und genussvoll über den Sabbermatsch auf ihren Papptellern herzumachen: Schmatzend und rülpsend löffeln sie die süße Suppe aus, die sie sich so schön zu Spenzers milder Schmach eingebrockt haben.
. . . "Na und ich?", lachte Spenzer mit ausgebreiteten Armen, "krieg ich gar nichts von all den leckeren Torten?"
. . . "Na hör mal - örps! - du offizielles Maskottchen des MC Sankt Millenreuth - rülps! - du brauchst dir das Zeug doch nur von deinem - rrrölps! - deinem - burps! - wunderschönen - ähhröps! - mistigen - öhraps! - herabgewürdigten - rüllps! - dreiteiligen - ährrps! - Nadelstreifen- - rühps! - Spießeranzug zu kratzen - hölps!"
. . . Und während Spenzer dankbar und grunzend vor Lachen diesen smarten Rat annahm und sich mit Fingern das weiche, schmierige Zeug direkt vom Anzug weg in den Mund spachtelte, während also unsere vier Freunde vom MC munter schmatzend und würdevoll diese Ehrenspeise der Maskottchenweihe Spenzers speisen, da machen wir uns mal so langsam hier wieder vom Acker, denn bekanntlich: wenn's am besten schmeckt soll man ja aufhören! Doch lasst euch zum Abschied noch diese frohe Botschaft bringen: Unsere Geschichte eben stammt aus dem neuen mysteriösen Heute, just in einer Zeit also, da das Wünschen allmählich wieder so richtig zu helfen anfängt!
. . . Also: Ciao & Bye Bye!
. . . Und, Männer, tatscht mit euren Bikerstiefeln mal wieder so richtig schön in eine fette Torte!
. . . Zum guten Ende noch einige weitere schöne Gesichtstortungen:
. . . PATSCH! - "Mpft-mm!"
. . . PATSCH! - "Ömpf-mm!"
. . . PATSCH! - "Oh-mpfm!"
. . . (usw. usf.)

Epilog

"Hehe, was willst du stinkender Motorrad-Fuzzi denn mit dieser riesigen Torte?!! Du willst doch nicht etwas Nein, nicht! Mein guter neuer Anzug! Meine erhebend schöne Krawatte!! Das kannst du doch nicht machen!! Bitte-bitte patsch mir nicht diese wunderschöne fette Torte ins: Ges-mpft-mmm!"
(Zur Erklärung: Der "stinkende Motorrad-Fuzzi" hat dem smarten Anzugherrn mit der schönen Krawatte doch tatsächlich die Torte genussvoll ins Gesicht gepatscht und ihm damit natürlich auch die kurz vorher noch so makellos schicke Angeberklamotte besudelt. Bekleistert stand der gute Mann nun da, wischte sich den Matsch so gut es ging aus der Visage und sah fassungslos an sich und seinem üppig vollgesauten Anzug herab, während ihn der Biker ordentlich auslachte. Nichts ist ja schöner und lustiger als einer, der soeben feststellen muss, dass man ihm einfach nur so zum wonnevollen Spaß den nagelneuen Anzug komplett mit Tortenmatsch bekleckst hat! Das dumme, beschmierte Gesicht, das dieser dabei zwangsläufig macht, ist einfach zum Wiehern komisch! Das edle Stöffchen so plötzlich auf so sinnlos ferklige Weise über den Jordan gegangen zu sehen: einfach großartig, wie dämlich einer damit aussieht, dazu noch das fassungslose Gesichtchen vollstens becremt, während ihn ein Biker auch noch wiehernd auslacht, vielleicht noch mit den Worten: "Und das war zudem auch nur so eine spottbillige Torte aus der Tortenfabrik, die Ihren schicken teuren Anzug auf einen Schlag derart ruiniert hat!"
. . . "Eine miese billige Fabriktorte?" Fassungslos sieht er wieder und wieder an sich herab. "All die beschissenen Klecker und Kleckse! Mein bildschöner Anzug! Ruiniert von einer abgefuckten, spottbilligen Fabriktorte aus dem Karton! Welch unerhörte Drecksauerei! Dieses miese kleine Mistschwein von Rockersau, dieses Rockermistschwein, dieses mistpatchverzierte!"
. . . Doch plötzlich hielt er inne, schaute wieder an sich hernieder und fühlte zugleich dem schnöden Fabriktortenmatsch nach, der ihm dick und erhebend auf der Fresse pappte, dass er sich nur so schämte; plötzlich gefiel ihm nämlich, was er sah und der olle Schmierpapp in der Visage ward ihm unvermittelt zur baren Wohltat! Verzückt hielt er an sich. Mit freundschaftlichem Willkomm sah es den netten mächtigen Rocker herantreten.
. . . "O du edler Ritter der Straße, verzeih, dass ich deiner fluchte! Ich sah mich erst nur mit den plumpen Augen der Welt, bevor ich der helleren Wonne gewahr wurde, die sich durch deine liebende Hand über mich ergoss. Ergoss in reinen Kleckerchen von Liebe auf meinem Edelanzug, dem holden, spießigen, der mir nun so überraschend zum wahren Ehrenanzug ward!"
. . . "Keine Ursache, du Witzfigur! So lass dir doch gleich auch noch diese Torte schmecken: Fabriktorte extra billig und vulgär! Bitteschön:"
. . . Und wonniglich machte es mir wieder PATSCH! ganz feucht im Gesichte. Ich schluckte erregt den süßen Nassmatsch hinunter, der mir in reichem Schwalle in den offenen Mund gequollen war: "Mpf-smack-wörg!"
. . . Wupps! Da flog mir der schmierige Pappdeckel auf die Schuhe nieder, ich spürte es ganz sanft. Dann wischte ich mir voller Genuss die Augen frei und schaute wieder in wonnigster Ergebenheit an mir herab: Ach, all die schöne Patze überall auf meinem feinen Anzug! Und wie der ganze Kleckerschmier so trefflich troff und göttlich glänzte! Wie gut waren ich und mein Anzug doch jetzt bedient!
. . . "Herrlich!", schwärmte ich, "Mann, Mann, Mann ist das schön!"
. . . Doch all die wohltuende Herrlichkeit nahm immer noch kein Ende für unseren schicken Anzugfreund. Mir gefiel die edle Wandlung in seinem Empfinden.
. . . "Sie mögen gestraft sein in den Augen der Welt, doch ihre Hoffnung liegt in der Ewigkeit..."
. . . So war ich nicht kleinlich und griff nach der dritten Torte.
. . . "Bereit fürs Fabriktörtchen Nummer Drei, mein Freund?"
. . . Er reckte stolz die dick bebutterte Anzugbrust und ein breites, groteskes Grinsen zeichnete sich auf seiner matschbedeckten Visage ab.
. . . "Begierig, sie zu schmecken! Nur zu! Lass jucken, Kumpel!"
. . . Ohne Umschweife patschte ich ihm das sicher ganz köstliche Fabriktörtchen zu all dem andren Matschbrei ins Gesicht. Der schmierige Pappboden löste sich sogleich von ihm und sank ihm auf die ohnehin schon so reich überkleckerten Schuhe. Kopf und Hals waren dem armen Kerl nun unter einer enorm dicken, unförmigen Tortenbreimasse bedeckt, ebenfalls fetteste Schichten klebten ihm dann vor allem noch an Brust und auf Bauchhöhe. Immer wieder löste sich da und dort ein wenig Matschschmiere und sackte lustig an seinem von oben bis unten reich besudelten Anzug runter, begleitet von leisen idiotischen Glitschgeräuschen. Der Kerl sah wirklich schreiend komisch aus und ich konnte mich kaum halten vor Lachen. Die komplett unförmige Breimasse, die seinen gesamten Kopf dick bedeckte, ließ sein Gesicht, das sie so üppig verbarg, nicht mal mehr im Ansatz ahnen, doch plötzlich tat sich auf Mundeshöhe eine groteske, andeutungsweise waagrechte Öffnung auf, aus der zunächst üppig einige fette Sahneflezen erhebend spotzten. Ich wieherte vor Vergnügen und fand es doppelt komisch, weil mir die Flezen zerkleckernd lustig auf die Jeanskutte spritzten. Hatte zwar meine Kuttentaufe schon lange hinter mir, doch diese kleine Ferkelei empfand ich als einen netten kleinen späten Nachschlag, obzwar sie ein Nichts war, verglichen mit der Riesensauerei, die der arme Anzugkerl da auf seinem smarten Anzug kleben hatte. Schmatzend schloss sich kurz die unförmige mundartige Öffnung in der Tortenmasse, dann tat sie sich wieder auf und knatschte folgendes hervor: "Mmpf-Mmm, üft daff schmatz herrlischfff-p! Fffoo etwaff wumpferfönefff-p habp üff übferhaupft nofff nie erlebt-pf! Köftlichf-p! Einfaff köftliff-p! Schmatz!" und während er so "sprach" "fpripfte" er mir dauernd aus dieser wonnevoll glückselig-grotesken Grinsöffnung im Matsch fette Breispritzer auf die Kutte, auf die verlotterten Lederjackenrevers und aufs versiffte Grateful Dead-T-Shirt. Ich musste mir vor lauter Lachen regelrecht die Wampe halten, so saukomisch war diese ganze Scheiße! Ein einziger Witz! Der Kerl fand das auch noch gut, dass ihm da einer nur um sich zu amüsieren, drei große, voll schmierige Fabriktorten ins Gesicht gepatscht hat, drei so spottbillige Schmierdinger.
. . . "Mmm, üfft daff fööön, ifft daff ffein! Spotz! Dafff ifft-p, schpuck, einfaff daff höfste dör Gefühle-p, schputz!"
. . . Mehr und mehr von seinen Sahnebrei-Spotzern landeten mir auf der Vorderfront während seiner "pfööönen" "Rede". Ich registrierte es mit Lachen und mit großem Wohlgefallen, während ich mich nur so wunderte, welch Riesenspaß es dem eleganten Anzugkerl doch offensichtlich machte, in diesem doch im Grunde saupeinlichen Matschüberzug vor mir zu stehen und seinen höchst beschämenden Zustand zu preisen! Es gefiel ihm wohl, so dämlich mit vollkommen versautem Anzug wie ein kompletter Volltrottel vor mir zu stehen und seine erhebenden Wohlgefühle mit "spripfigem" Gesäusel seligst Kund zu tun!
. . . "Tja, du Hanswurst, dann steh' nur ruhig noch ein Weilchen da, genieße deinem blamablen Zustand und `fpripf´ mir noch die Jacke schön weiter ein wenig voll mit deinem Tortenspeichelbrei der Marke Mundvoll!"
. . . "Ffäffäffäffä!" Diese hübsche Äußerung des schicken Anzugmannes mit der fetten, nassen Tortenbreischicht auf dem smarten Anzug lautet übersetzt: "Hähähähä!")





SANKT MILLENREUTHER FREUNDSCHAFTS-ELEGIE
© 2006 by Sammy Tornado, ZERO ZOXX INTERNATIONAL und Babel Verlag, Geisterstadt.
Verfasst anno 2006, basierend auf Ideen von Zero Zoxx.
Diese Geschichte ist Teil 3 der SANKT MILLENREUTH TRILOGIE und entstammt
dem 4. Band (Der Weg des Polterns) der Mysterienschrift DIE KRYPTISCHEN TEXTE.
Original artwork from the original story manuscript © 2006 by Sammy Tornado.

Die Seite wurde eingerichtet am 8. Dezember 2006.
Erstes Update am 23.März 2008
Zweites Update am 2.November 2017.

E-Mail: KatjaEbsteinRevivalBand@t-online.de