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ZERO ZOXX INTERNATIONAL
präsentiert Teil 2 der SANKT MILLENREUTH TRILOGIE,
exklusiv verfasst von
Sammy Tornado
Der
schicke
Sonderkumpel
vom
MC Sankt Millenreuth
Nicht wenige Leute hielten es für ziemlich gewagt, Kumpels vom MC Sankt Millenreuth zu haben, diesem Motorcycle Club, dort wo man die versifftesten Bikerkutten aller Zeiten trug. Nichtmitglieder waren nur schwer gelitten, die rauhe Bande akzeptierte üblicherweise nur ihresgleichen; mit dem Rest der Welt stand sie im Hader, und zwar schwer! An Nichtmitglied Spenzer jedoch hatten sie einen richtigen Narren gefressen, ausgerechnet an diesem Kerl, der noch nicht mal mit 'ner Maschine durch die Welt bretterte, sondern wie ein Gedicht in einem protzigen Porsche flott über die Straßen jagte - und was die Schweinerei komplettierte: er trug immer irgendeinen neuen, hübsch adretten "Sonntagsanzug" (wie die MC'ler es nannten), und den auch noch mit Krawatte! Aber sie mochten ihn eben und er war mittlerweile so was wie ein Maskottchen des Vereins.
. . . Zwei von ihnen, Joe und Wuckerman donnerten gerade mit ihren Harleys auf den Rastplatz, wo Spenzer an sein orangefarbenes Sportwägelchen gelehnt schon superstramm auf sie wartete und kurz den Arm hob. Sie grüßten entsprechend zurück, stoppten die Harleys und stiegen dann ab. Während sie auf Spenzer die paar Meter zuschritten klappten sie ihre Helmvisiere hoch. Erst Joe, dann schüttelte Wuckerman Spenzer die Hand. Schließlich haute der eine ihm links, der andere ihm rechts kumpelhaft mit den behandschuhten Händen auf die Schulter und Spenzer ließ sich erlesen zum Spaß ein wenig einknicken.
. . . "Schau dir", sagte Joe, "nur an, wie unser Bubi sich mal wieder in Schale geschmissen hat!"
. . . "Hoho, in der Tat!", rief Wuckerman, fasste Spenzer unters Revers und hob es recht straff, während Joe ihm freundschaftlich das Jackett seitwärts unten am Saume ergriff und es ihm ähnlich stramm und herrlich fest hochzog: "Ein dunkelblauer Anzug mit blauen Nadelstreifen! Mannomann, Spenzi, da hast du dich mal wieder elegant rausgeputzt! Aber ob das schicke Stöffchen auch ordentlich was aushält?" Joe zerrte immer heftiger an Spenzers schönem Anzugjackett und auf der anderen Seite tat Wuckerman das gleiche. Sie lachten grob und sehr erheitert. "Jungs! Jungs" Es kracht schon in den Nähten! Mein schöner Anzug ist nicht so robust wie eure durchgeschwitzten und versifften Kutten es sind!"
. . . "Oje, Joe! Jetzt hätten wir beinahe Bubis schönen Kommunionsanzug auseinandergenommen!"
. . . "Ochjeee, das gute Teil!", lachte Joe zustimmend. Sie hatten unisono mit dem schmierigen Gezerre aufgehört und strichen ihm nun glättend das Jackett gerade, zupften mit ihren groben Handschuhfingern behutsam daran herum und im Nu saß es Spenzer zu dessen Verblüffung und Freude wieder schön sauber und glatt. Dafür wandten die zwei Kumpel vom MC Sankt MIllenreuth ihre geschätzte Aufmerksamkeit nun seiner teuren Krawatte zu, fingerten vornehm an ihr herum und zogen sie mit allen vier Händen in verschiedene Richtungen. Spenzer wurde es ganz eng am Halse.
. . . "Was ein Blau!", schwärmte Joe und Wuckerman raunte: "Und wie hübsch sie glänzt! Herrlich! Mann Joe, reiß doch nicht so dran rum, man ist ja direkt peinlich berührt, wenn man dich so gierig dran zerren sieht!"
. . . Joe ließ draufhin Spenzers edle Krawatte grunzend los und sah lachend zu, wie Wuckerman sie sich mit dem breiten unteren Ende ins geöffnete Sichtfenster des Helmes hob und dort drin fest an den Riechkolben (recht unfein das!) drückte! Spenzer lachte über die Scherze seiner beiden Freunde und meinte gelassen: "Bitte Wucker, schnäuz mir jetzt nicht noch recht klebrig in die gute Krawatte! Bitte tu es nicht!"
. . . Wuckerman hob die Nase von dem edlen Stoff des Sonderkumpels und meinte in leicht beleidigt sich gebendem Tonfall: "Hör dir das an, Joe, er denkt doch glatt, ich würde ihm diesen Rotzwedel von Krawatte vollrotzen! - Ach Spenz, ich zieh mir doch nur diesen feinen Duft von reiner, edler Seide in die Nüstern!" Drauf senkte er nochmals die verschwitzte Nase in den schönen Stoff und sog den "Duft" tief ein. Dann nahm er das schöne Stöffchen von der Nase und reichte es seinem Motorradkumpel mit der schwärmerischen Bemerkung hinüber: "Herrlich, Joe, einfach wundervoll! Hier riech!" Auch Joe führte sich das dicke Ende von Spenzers vortrefflicher Krawatte durchs offene Helmfenster an die Nase und schnüffelte daran, sog zuletzt die Luft fest durchs feine Stöffchen ein. "Oh ja, das duftet wirklich tief herrlich! - Freund Spenz hat sich wohl mal abartig den Arsch mit diesem Scheißhausfetzen von Krawatte abgewischt!" Joe und Wuckerman fingen polternd an zu lachen und Joe ließ "den Scheißhausfetzen von Krawatte" plump einfach los. Schief landete er an Spenzers Brust und blieb so dort auch hängen - der Krawattenknoten ward Spenzer zudem zehn Zentimeter unterhalb vom Kragen des blütenweißen Hemdes herabgezogen. Uhhh! Wie würdelos!
. . . "Nein, nun, so geht das nicht!", lachte Joe, zog die Handschuhe aus, drückte sie Spenz in die Hände, zog ihm dann die Krawatte behutsam hoch und rückte sie ihm wieder schön gerade. "Ein wahrhaft edles Stück!", lobte Joe, während Wuckerman grinsend dazu nickte, "So Junge, jetzt bist du wieder absolut schick!"
. . . Spenzer schaute an sich herab und griff sich an den Krawattenknoten. Zufrieden stellte er fest, dass seine feine Kleidung wieder makellos geglättet war und perfekt saß. "Tja Jungs, so lob ich's mir! Ihr habt mich echt gut durchgeknetet, jetzt fühl ich mich so richtig schön locker und schweinisch entspannt!"
. . . "Yeah Spenz, wenn wir was machen, dann machen wir's auch richtig würdelos!", lobte Wuckerman sich und Joe, diesem dabei wuchtig auf die Schulter hauend.
. . . "Kein Grund, mir den Dreck und die Patches aus der Kutte zu klopfen, Wucker!", grunzte Joe, in der gleichen Art spielerisch einknickend wie vorhin Spenz.
. . . "Was sagst du zu diesem Schwächling, Freund Spenz? Kommt einem da nicht die Mitleidsträne?"
. . . "Vermutlich deshalb steht Sankt Millenreuth ab und zu halb unter dreckigem Wasser!", lachte Spenz und haute Joe auf die andere Schulter. Joe ließ sich wie haltlos auf die Knie nieder sacken. Auf ein gegenseitiges Augenzeichen hin, fassten sie dem Armen unter die Arme und stemmten ihn mit vereinten Kräften wieder hoch. Spenzer reichte schließlich dem stöhnenden Joe lachend die Handschuhe zurück und dieser zog sie wieder an.
. . . "Nun denn Jungs...", Spenzer sah Joe und Wuckerman nacheinander an, "habt ihr die versprochenen Leckereien mitgebracht?"
. . . "Na hör mal, Kumpel! Glaubst du, das vergessen wir?", protestierte Joe und zwinkerte Wuckerman gut gelaunt zu, "der Junge denkt doch glatt, wir würden uns diesen größten aller köstlichen Späße entgehen lassen!"
. . . "Freund Spenz, das war fast eine grobe Beleidigung!" raunte Wuckerman mit erhobenem behandschuhtem Zeigefinger.
. . . "Ist ja gut Freunde, Hauptsache ist ja, ihr habt sie dabei!"
. . . "Und was für schöne fette Kaliber wir wieder dabei haben! Extra für dich!"
. . . Spenzer fühlte vom einen links, vom anderen rechts sich schwer jeweils einen Arm über Kreuz (recht unfein das!) über die Schulter gelegt - und so führten die Freunde ihren stolzen Sonderkumpel würdelos die paar Schritte zu ihren Harleys.
. . . "Die neuen Hartschalenboxen sind zu hundert Prozent erschütterungsabsorbierend. Du wirst sehen, nicht ein verfluchtes Sahnehäubchen wird verrutscht sein!", dozierte Joe.
. . . Sie ließen Spenzer los, der sich Krawatte und Anzug wieder etwas zurechtziehen musste. "Ändert jedoch nichts an dem Umstand, dass ihr mir ewig die Klamotten am Leib verrutscht - korrekt sitzende Sahnehäubchen hin oder her!", lachte Spenzer und trat herzu, während Joe und Wuckerman hinten an ihren Harleys die wuchtigen Tornister aufsperrten und die Deckel nach oben klappten. Ihm stockte schier der Atem, als er die beiden großen und wunderschön verzierten Torten erblickte, die die Freunde mitgebracht hatten.
. . . "Na Junge, was sagst du nun?", fragte Joe und wies voller Stolz auf die beiden fetten Torten, die jede in einer herrlichen Farbkomposition aus zartem Rosé, mild-frischem Zitrusgelb und sanft-sahnigem Weiß leuchteten.
. . . "Mann o Mann o Mann o Mann, sehen die cremig aus!", sagte Spenzer ergriffen und mit nun doch sehr belegter Stimme. "Und riesig! Und massig! - Ob die wohl auch genauso schön schmierig sind wie sie aussehen?"
. . . "Na da kannst du aber einen drauf lassen, Spenz! Die schmieren wie die Sau!"
. . . "Und sie sind wohl auch ganz besonders schön klebrig, hm?"
. . . "Die kleben mistig wie Scheibenkleister, Junge!", betätigte Wuckerman lachend.
. . . "Die würde ich euch jetzt am liebsten mal", scherzte Spenzer lachend, "direkt in die offen stehenden Sichtlöcher eurer Helme knatschen, Freunde, so dass es euch nur so aus ebendiesen Helmen auf die schönen dreckigen Lederrevers und die so reich bepatchten Jeanskutten quillt und kleckst!"
. . . Wuckerman deutete mit behandschuhtem Daumen auf den noch immer laut lachenden Spenzer und meinte zu Joe: "Hör dir den an! Unser Kleiner will frech werden! Darauf gibt es nur eine einzige wohlverdiente Antwort!" - Würdevoll griff er in den Tornister seiner Maschine, hob das prachtvoll verzierte Tortengebilde daraus hervor und baute sich damit machtvoll vor dem zwar noch breit grinsenden aber jetzt doch etwas sanft und würdelos schluckenden Spenzer auf, während hinter diesem Joe bereits schallend lachte. "Jetzt sollst du erfahren wie stark und würdelos die schmiert und klebt!"
. . . Spenzer wollte noch etwas sagen, da verschlug ihm bereits die schöne Torte sozusagen voll die Stimme und er fühlte den gesamten nassen Matsch feucht aufm Gesicht auseinander- und ebenso zart wie opulent um den Hals davonquellen. Aller andere Brei lastete ihm leicht auf Brust und Schultern. Als sich der große Tortenboden schmatzend von ihm löste und auf seine edlen italienischen Schuhe hernieder klatschte, da wischte er sich elegant die Augen frei und stieß voller Edelmut einen Schwall von süßem Matsch aus dem Munde. Er breitete die Arme aus und sah schwer seufzend an sich herab: Sein ganzer schöner Nadelstreifenanzug war von Sahnematsch besudelt! Ach diese Erniedrigung! Diese unsägliche Blamage! Diese so hochgradig entwürdigende Peinlichkeit!
. . . "Du blöde Sau!" - Spenzer fuhr zart fühlend zu Joe herum und gewahrte, dass jetzt gar nicht er gemeint war, sondern Wuckerman. Zufrieden stellte er fest, dass Joes abgewetzte Lederjackenrevers, seine schwiemlige Kutte und seine verdreckten Jeans ganz nett was von dem wirklich ganz schweinemäßig klebrigen und schmierigen Tortenmatsch abgekriegt hatten. "Du wolltest doch nur Spenz voll sauen, du Trottel! Na warte, Wucker, das sollst du nicht umsonst getan haben!"
. . . Joe entnahm nun seinem Tornister die andere Torte (die, wie Spenzer fand, noch schöner verziert war als die erste) und baute sich damit seinerseits ausgesucht vor dem momentan nicht mehr ganz so schicken Sonderkumpel auf. Hinter sich hörte Spenzer Wuckerman vor Vergnügen regelrecht wiehern.
. . . "Entschuldige bitte Spenz, aber da muss jetzt leider sein!", sagte Joe und watschte dann ihm dann mit sattem Schwung das fette Törtchen würdelos mitten ins voll baffe Angesicht.
. . . Einiges von der lockeren Torte spritze lustig wie geplant auf Wuckers ohnehin schwer versifftes Bikeroutfit und Joe rieb sich zufrieden die behandschuhten Hände.
. . . "Scheiße!", rief Wuckerman und musste trotzdem lachen, "Du bist eine gottverdammte Drecksau, Joe!"
. . . Indessen rutschte wie schon gehabt auch dieser Tortenboden dem armen Spenzer blamabel und würdelos vom Gesichte und landete wieder auf seinen ohnehin schon schön eingematschten schönen italienischen Schuhen. Erneut musste er sich die Augen freiwischen und stieß dabei einen Schwall süßen Tortenmatsch aus wie bare Kotze: "Spotz!"
. . . Mit ausgebreiteten Armen leicht vornübergebeugt dastehend entdeckte er nur noch an den Ärmeln und unten an der Hose die hübschen blauen Nadelstreifen, während er ansonsten überall weihevoll besudelt war mit (recht unfein das!) klebrigem und schmierigem Tortenmatsch. Und der schöne "Scheißhausfetzen von Krawatte" pendelte schwer von kompletter Bekleistrung ihm am Halse. Er seufzte tief und spötzelnd. Ach, welch höchst angenehm entwürdigende Peinlichkeit! Welch nette kolossale Blamage! Welch tiefköstlich smarte Erniedrigung!
. . . O dies mir! Es lebe der MC Sankt Millenreuth! Er lebe hoch, hoch, hoch! Spotz!

ENDE
Sie lasen soeben den 2006 geschriebenen Teil 2 der SANKT MILLENREUTH TRILOGIE. Den 3.Teil der Trilogie verfasste Sammy Tornado im gleichen Jahr. Der Titel dieser Geschichte, die Sie hier nun gleich im Anschluss lesen können, lautet:

Sankt Millenreuther Freundschafts-Elegie



DER SCHICKE SONDERKUMPEL
VOM MC SANKT MILLENREUTH

© 2006 by Sammy Tornado, ZERO ZOXX INTERNATIONAL
und Babel Verlag, Geisterstadt.
Verfasst anno 2006, basierend auf Ideen von Zero Zoxx.
Diese Geschichte ist Teil 2 der SANKT MILLENREUTH TRILOGIE
und entstammt dem 4. Band (Der Weg des Polterns)
der Mysterienschrift DIE KRYPTISCHEN TEXTE.

E-Mail an: zzi@zerozoxxinternational.com

Die Seite wurde
eingerichtet am 8.12.2006.
Erstes Update am 13.April 2008.